Börse | Geld | Vermögen – Januar 2026

Kaufen, halten, verkaufen? Intromantra: Wer weiß das schon (Warren Buffett)? Geduld ist die oberste Tugend des Investors (Benjamin Graham, Lehrer von Buffet)! Niemand war je in der Lage, die Börse vorherzusagen. Es ist eine totale Zeitverschwendung. In der von Forbes veröffentlichten Hitparade der Reichen der Welt war noch nie ein Börsentiming-Experte vertreten (Peter Lynch)! Solow hat (nach Schumpeter) nachgewiesen, dass das Wachstum einer Volkswirtschaft zu 80 % vom techn. Fortschritt abhängt. Es gibt nur 1 % bis 4 % Gewinner-Aktien, der Rest vernichtet Geld oder tanzt auf der Stelle. In dieser Postille werden keine konkreten Aktien empfohlen oder sonstige Kaufempfehlungen gegeben. Wohl wissend, dass nach allgemeiner Kapitalmarkttheorie alle zugänglichen Informationen bereits in den Kursen oder Preisen enthalten sind. Keynes, der zunächst ein erfolgreicher Investor war und dann im Crash von 1929 fast sein ganzes Vermögen verlor, hatte schon erkannt, dass es auf das eigene Wissen um die Märkte gar nicht ankommt, sondern entscheidend ist zu wissen, was die anderen Marktteilnehmer planen. Misstrauen Sie also allen noch so gutgemeinten Empfehlungen – oder anders gewendet, wenn jemand vermeintliches Wissen um Kursentwicklungen hat, wieso sollte er es weitergeben und nicht selber nutzen? Durch Front Running will man andere zum Kauf von Titeln animieren, die man vorher selbst gekauft hat und nun verkaufen will. Kryptorechenkunststückchen werden, da ohne inneren Wert, nicht besprochen. Auch lassen die Quantencomputer grüßen, also Stuss. Aber bewährte Investments und Strömungen werden hier aufgezeigt und diskutiert! Setzen muss aber jeder selber auf eigenes Risiko, wie in Baden-Baden. Nachteile der ETF: Rund die Hälfte der Fonds sind mittlerweile kostengünstige ETF, die konzeptionell selber nicht aktiv sind, sondern dem Index folgen und so Kursbewegungen durch die aktiven Marktteilnehmer verstärken. Pardon für dieses Mantra, es ist wichtiger denn je, wo jeder noch so gutmeinende Schreiberling oder Finanzvertriebler meint, er sei im Besitz des Wissens um nachhaltige Kursentwicklungen; alles Illusion. Nachhaltige Trends wie aktuell die Informationstechnologie gibt es schon. Übrigens: Wie wird das neue Jahr? Alles nachzulesen und unten zusammengestellt, wir wissen ja seit Keynes, dass die persönliche Meinung zu Aktien irrelevant ist, es kommt auf die Meinung der anderen an, so weit so gut. Auffallend ist, dass die Kursprognosen sich an ökonomischen Entwicklungen hochziehen. Was meist vergessen wird, sind die geopolitischen Lagen, auch wenn am Rande dann festgestellt wird, dass sich die Rohstoffpreise wohl weiter nach oben entwickeln. Übersehen werden folgende Elefanten im Raum, also Wahrheiten, die jeder kennt, aber aus verschiedenen Gründen wie Angst, Scham oder Tabu nicht anspricht. Die Verhandlungen mit Putin kommen nicht weiter, wohl aber marschieren die Russen weiter. Russland hat seine ehemals als Spezialoperation bezeichnete Militäraktion mit ein paar hunderttausend Soldaten begonnen und heute stehen rd. 1,1 Millionen russische Opfer auf dem Zettel, der jeden Tag um 1.200 Gefallene länger wird, nicht alles Tote, aber Tote und außer Gefecht gesetzte Soldaten. Es ist daher kaum denkbar, dass Putin klein beigibt: Die europäischen Geheimdienste und Militärs sehen eindeutig, dass Putin weiter nach Westen marschiert, allein um eine den Einsatz rechtfertigende Kriegsbeute zu erzielen. Venezuela hat Angst vor einer US-Invasion, Japan und Taiwan haben Angst von den Chinesen und die Hamas sind mitnichten aus dem Gazastreifen vertrieben und das bei Opferzahlen, die über 100.000 geschätzt werden. Die USA werden in die Auseinandersetzungen mit China hineingezogen und Russland hat sich mit China verbündet. Die EU labert sich bzw. die EU zu Tode wobei Otto von Bismarck schon erkannt hatte: „Nicht durch Reden und Majoritätsbeschluss werden die großen Fragen der Zeit entschieden, sondern durch Eisen und Blut“. Das schwant den meisten Zockern im Hinterkopf und lässt sie zum Goldhändler laufen und den Preis von Gold in exorbitante Höhen schießen, Silber und Platin ziehen nach. Aber Vorsicht beim Goldpreis, der aktuelle bei knapp $ 4.500 liegt, da die Produktionskosten bei rd. $1.500 stehen. Wenn Sie oder Ihre Frau Gemahlin also auf Gold stehen, sollten Sie auch den Schritt zu Goldminenaktien wagen: Südafrikanische Minen wie Gold Fields haben in den letzten 12 Monaten über 200 % gemacht: Eine Überlegung wert. Diesem Thema können Sie sich auch über ETF nähern, die alle Rohstoffe durch Spezialfonds abdecken. Aber auch hier gilt Vorsicht bzw. Umsicht, da Märkte reagieren: So hat der Legal & General UCITS ETF Plc – L&G Gold Mining UCITS ETF in einem Jahr 157,30 % in 3 Jahren 263,08 % und in 5 Jahren „nur“ 222,88 % gemacht. Silber hat ein neues Allzeithoch erreicht und erstmals die Marke von 80 US-Dollar pro Unze durchbrochen. Ein schwächerer US-Dollar und geopolitische Spannungen haben die Attraktivität von Edelmetallen unter Anlegern insgesamt erhöht. Silber kommt in Batterien, Solarzellen oder auch Halbleitern zum Einsatz. Doch während die Nachfrage wächst, schrumpft das Angebot: China plant neue Ausfuhrregeln. Übrigens: Wie wird 2026 in Zahlen? Nach den Auguren dürfte das neue Jahr auch wegen den in den USA erwartete Zinssenkungen nicht schlecht werden, die Zahl von 15 % Kurssteigerungen wird häufig genannt. Für den S&P 500, der gerade bei 6.900 Punkten steht, wird ein Ziel zwischen 7.500 und 8.000 Punkten vorhergesagt. JPMorgen und Citi warnen vor einer deutlicher werdenden K-förmigen Wirtschaftsentwicklung. Haushalte mit geringem Einkommen kämpfen weiter mit Kaufzurückhaltung, während wohlhabendere Gruppen weiterhin konsumieren. Diese Spaltung beeinflusst die Stimmung an den Märkten. JPMorgan erwartet daher “starke Schwankungen”, weil das schwache soziale Fundament mit besseren Perspektiven für große, KI-getriebene Unternehmen kollidiert. Weltweit investieren Unternehmen und Regierungen aggressiv in künstliche Intelligenz. Die Strategen schreiben: “Sowohl Unternehmen als auch Staaten investieren in KI, um Produktivität zu gewinnen und um nicht abgehängt zu werden.” Die Dynamik reiche mittlerweile über Technologie-Konzerne hinaus bis in Versorger, Banken, Gesundheitswesen und Logistik. In den USA verlieren immer mehr Menschen durch Künstliche Intelligenz ihren Arbeitsplatz. Die UBS empfiehlt Anlegern, bis zu 30 Prozent eines diversifizierten Aktienportfolios in strukturelle Trends wie KI, Langlebigkeit sowie Energie und Ressourcen zu investieren. Bei der KI sind die Manificent Seven treibende Kraft, so dass einige hier eine Blasenbildung sehen, aber deren Liquidität ist gut und die Gewinne steigen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der sieben liegt bei rd. 30, die Gewinne steigen aber auch um 20 % bis 30 %. Bei Starbucks liegt das KGV aktuell bei gut 50 und bei unserem DAX bei 19, bei NVIDIA bei 47 und das bei einem Nettogewinn von 50 % des Umsatzes, auf der anderen Seite verdient von den KI-Anwendern noch kaum einer Geld. Einen KI-Crash erwarten daher einige Marktbeobachter: Von einem Crash spricht man bei Kurseinbrüchen im großen Stil um mindestens 30 Prozent aufwärts, oft bis 70 oder 80 Prozent Kursminus, viele Marktbeobachter rechnen eher mit sogenannten Korrekturen, also mit Kursverlusten von zehn bis 20 Prozent. Ed Yardeni sieht, dass die USA derzeit 65 Prozent der Marktkapitalisierung des weltweiten Aktienmarktes ausmachen, daher sei es schwierig, eine Übergewichtung von etwas zu empfehlen, das bereits ziemlich übergewichtet ist. Auch gäbe es keinen Sinn in einem S&P-500-Portfolio weiterhin eine Übergewichtung der Sektoren Informationstechnologie und Kommunikationsdienste zu empfehlen, nachdem diese Positionierung seit 2010 gehalten worden war, er rät nun zur Marktgewichtung beider Sektoren und empfiehlt stattdessen Übergewichtungen in Finanz- und Industriewerten sowie im Gesundheitssektor. Zu beachten ist, dass bei Prognosen für US-Werte deren geopolitische Lage eine andere ist als für europäische Titel oder anders gewendet,Trump lässt sich die Waffen für die Ukraine und für die europäische Aufrüstung bezahlen, hier fehlt das Geld. Die Menschen und Firmen leiden unter Ukas von Ursula von der Leyen und der Umweltschutz hat sich verselbständigt ohne Rücksicht auf ökonomische Belange, hier ist Europa ziemlich alleine, gut 90 % der Welt hat andere Themen und will den Wohlstand der Menschen heute verbessern. Merz bringt nichts auf die Reihe und macht sozialistische Politik und das bei 2.000 Insolvenzen pro Monat, also sollten die Investoren die Finger von Deutschland und der EU lassen. Für eine Sanierung der Wirtschaft bedarf es als Ausgangspunkt eines funktionierenden Teils und der ist nicht auszumachen. China hat das E-Auto aus seiner Planung gestrichen, hier läuft man hinterher und ruiniert dabei das ganze ökonomische System. Musterdepot: 0 % Cash, ETF MSCI Semiconductors 86 %, EFT Silver Miners 3 %, Micron Technology 11 %. Performance 1 Monat 3 %, 1 Jahr 1 %, ab 1. 1. 2021 108 %. Was tun? Wenn Sie sich keine Arbeit machen wollen, bleiben Sie im S&P 500, der hat in 2025 5 % und in den letzten 5 Jahren 100 % gemacht, der Index ist groß genug, um intern eine Branchenrotation zu vollziehen, ohne dass Sie sich täglich um Einzelheiten kümmern müssen.

Wie immer an dieser Stelle am Schluss ein paar versöhnliche Börsen- und Lebensweisheiten, diesmal wieder alle von Jean Paul Getty, der wirklich einiges erlebt und vieles richtig gemacht hat:

„Verträge werden von Juristen für Juristen gemacht, damit die Laien merken, dass man ohne Juristen nicht auskommt.“

„Was ist ein Spekulant? Ein Mann, der ohne einen Pfennig in der Tasche in einem Restaurant Austern bestellt, in der Hoffnung, mit einer Perle zahlen zu können.“

„Nach der ersten Million fängt man an, das Kleingeld zu zählen.“