Börse | Geld | Vermögen – April 2022

Kaufen, halten, verkaufen? Wer weiß das schon (Warren Buffett)? Immer im Markt bleiben (Charlie Munger)! Das setzt natürlich voraus, dass man im richtigen Markt investiert ist! In der Ökonomie hängt alles mit allem zusammen und: alles ist unsicher. Wir haben uns in trügerischer Sicherheit gewogen: Zu Unrecht! Und dann kam es zu der aktuellen Entwicklung. Putin hatte Zeit zum Studium der russ. Geschichte: Die russische Geschichte begann in der sogenannten Kiewer Rus. Von dort aus verbreitete sich die russische Religion. Die Ukraine ist seit Jahrhunderten Teil Russlands und die Geschichte der beiden Länder war schon vorher miteinander verflochten. Dann kam es zum Zerfall der Sowjetunion und das ist noch nicht lange her. Der Zerfall war ein mehrjähriger Prozess der Desintegration der föderalen politischen Strukturen sowie der Zentralregierung der Sowjetunion, der mit der Unabhängigkeit der 15 sowjetischen Unionsrepubliken in 1991 seinen Abschluss fand: Russland, die Ukraine und Belarus wurden unabhängig. Zu Beginn der 1980er Jahre war die UdSSR mit zahlreichen ungelösten Problemen konfrontiert. Die Produktivität der Wirtschaft war gering. Die Versorgung der Bevölkerung mit Konsumgütern schlecht. Es bestand in allen Bereichen ein hoher Investitionsbedarf, für den aber wegen der ausufernden Verteidigungsaufgaben keine Mittel vorhanden waren. Bei neuen Technologien, wie der Mikroelektronik, Lasertechnologie und Informatik, hatte die UdSSR den Anschluss an den Westen weitgehend verpasst. In vielen Bereichen war man auf Importe angewiesen. Diese wurden zunehmend durch den Export von Rohstoffen (Erdöl, Gas) finanziert, was aber die UdSSR abhängig von der Entwicklung des Ölpreises machte. Hieran hat sich nichts geändert. Russland ist stark in Rohstoffen und Militär und hat es geschafft, sich trotz dieser engen Produktionsstruktur viele technologisch überlegene Länder abhängig zu machen. Das Riesenreich hat jedoch nur ein Sozialprodukt von dem doppelten der Schweiz, man lebt bescheiden und hat sich insbesondere in Fläche daran gewöhnt. Der Nomenklatura geht es dagegen blendend, hierfür muss man jedoch dem Putin-Netzwerk angehören: Man kennt sich nicht wie in den USA oder bei uns von der Uni, sondern vom FSB, man steht nicht im Wettbewerb um Ideen oder Geld von der Börse, sondern man vertraut einander aufgrund des KGB-Eides. So auch unser Nachbar in Staufen; der Gazprom-Direktor kennt Putin aus gemeinsamen Zeiten in Dresden. Das verbindet auf ewig und verhindert den Gang in die Rente. Mit Demokratie hat das alles nichts zu tun. Das weiß auch Schröder, der seinen Freund gerne als lupenreinen Demokraten bezeichnet oder besser wohl bezeichnete. Merkels Deutschland bewegte sich im Tiefschlaf: Man sah die Abhängigkeiten und vergrößerte sie, die Industrie treu folgend eingeschlossen: Alles getrimmt auf Konsummaximierung, alles ausgerichtet auf Gewinnmaximierung. Loyal-Leser und Beobachter der Münchner Sicherheitskonferenzen waren Sektierer, Amerikafeindlichkeit war querbeet schick. Bis zum Einmarsch. Urplötzlich merkte jeder, dass es neben Gendersternchen wichtigere Themen gab: Die Alarmsysteme sind kaum funktionsfähig, Schutzbunker im Wesentlichen aufgegeben, Nahrungsmittelreserven reichen für wenige Tage und die Gasspeicher sind so gut wie leer: Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner. Dass China und Russland Brüder im Geiste Stalins sind, wurde bei der Eröffnung der olympischen Spiele für jeden sichtbar. Offensichtlich holte sich hier Putin die Zustimmung von Xi für den Krieg. In China liegt der Schlüssel zu seiner Beendigung. Ein Glücksfall für den Rest der Welt, dass China durch Corona geschwächt ist und voller Stolz Biontech-Technologie ablehnte. Russland kann den Krieg autark weiterführen: Rohstoffe für Bomben hat es genug und für die Rüstungsindustrie werden Rubel gedruckt. Die Wirtschaft wird noch schwächer durch die Sanktionen, aber ökonomisch aufgeben muss Russland nicht. Seine Bürger sind an karge Lebensumstände gewöhnt und ansonsten auch hartgesotten: Dass mit den Panzern auch fahrbare Krematorien zur Ausstattung der Armee gehören, ist bekannt, es führt nicht zum Aufschrei. China beobachtet wegen Taiwan genau was passiert. Neben China könnte die russ. Nomenklatura sich gegen Putin auflehnen, was ja schon erkennbar ist. Analytiker, die Putin schon lange beobachten, bezeichnen ihn als gewieften Taktiker, der sein Handwerk beim Geheimdienst gelernt hat, aber als schlechten Strategen: Am Ende des Tages kann er seine Energie und Rohstoffe an China und Indien verkaufen für einen Appel und ein Ei und, wenn ihn die Ukraine weiter vorführt, wird er sein militärisches Renommee auch noch verlieren. Wenn man Abramowitsch mit Musk vergleicht erkennt man die tradierten Schwächen des russ. Systems. Ökonomisch ist der Russe mit seinen 20 Mrd. Dollar gg. Musk ein Zwerg, der aber für was auch immer zwei Jachten braucht, wogegen Musk im Tiny House lebt und seine On-off-Freundin Grimes darauf hinweist, dass ihn die Löcher in seiner Schlagmatratze nicht stören. Damit sind wir bei der Vermögensanlage. „Cash is trash“, in dieser Bewertung sind sich Buffet und Musk einig und setzen auf Aktien. Dass Bargeld keinerlei Inflationsschutz bietet, zeigte sich auch während der Hyperinflation in der Weimarer Republik 1923, als sich Häuser- und Aktienpreise wie die Geldmenge vervielfachten, wohingegen Bargeld sekündlich an Wert einbüßte. Die Inflation in den USA liegt bei 7,9 %, bei uns werden bis zu 10 % erwartet. Die Zinsen steigen nun offiziell, nicht nur in Zeitungsartikeln. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts zeigt stark nach unten. Kryptowährungen – anders als Immobilien und Aktien – fehlt es noch an einem historischen Beweis für ihre vermeintliche Funktion als Inflationsschutz, also hiervon die Finger lassen, es sei denn man ist Zocker und weiß womit man spielt. Auch Musk hat Kryptos. Was tun? Wenn Sie immer noch auf einem Geldsack sitzen: Raus in Sachwerte, am besten in amerk. Aktien: Amerika ist weit weg vom Schuss, den Bilanzen kann man mehr oder minder trauen und es ist technologisch führend. Ob man noch wie Buffet in Energieaktien einsteigen sollte, mag jeder für sich entscheiden. Der Bedarf an fossiler Energie wird steigen, allein schon deshalb, weil die Weltbevölkerung weiterwächst, hieran ändern auch die Erneuerbaren nichts. Wie Buffett 2018 in einem Aktionärsbrief verriet, erwarb er seine ersten Aktien im Alter von gerade mal elf Jahren im Frühjahr 1942, als der 2. Weltkrieg in vollem Gange war. Hätte er die 115 US-Dollar von damals einschließlich aller zwischenzeitlich anfallender Dividenden in einen gebührenfreien S&P 500-Indexfonds investiert, so hätte er bis 2019 ein Vermögen von 607.000 US-Dollar angehäuft, rechnet der Milliardär vor. Hätte er denselben Betrag hingegen in Gold investiert, so wäre der Wert nur auf 4.200 US-Dollar gewachsen. Aktien sind also auch eine viel bessere Anlage als Gold, schlussfolgert das Orakel vom Omaha. An diesem Beispiel erkennt man auch klar den langfristigen Anlegehorizont von Buffett, der einmal gesagt hat: „Meine Lieblingshaltedauer ist für immer.“ Was wir empfehlen ist bekannt. Übrigens: Ein Glück, dass wir den Habeck haben, der gelernte Kinderbuchautor und Ökonomieautodidakt haut rein und macht seine Sache hervorragend. Der Gourmand Altmaier hätte alles erklärt aber wohl kaum engagiert gehandelt. Auch Lob für Bärbock, auch Maas hätte nicht geliefert. Scholz hat bisher keine Fehler gemacht. Und Sie? Bleiben Sie gesund an Körper und Seele: Corona geht durch die Decke, was aber keinen mehr interessiert und hoffen Sie, dass Putin nicht so in die Enge getrieben wird, dass er die Notbremse zieht. Übrigens: Unser Musterdepot hat sich weitgehend wieder erholt und, wenn Sie wissen wollen, wie es in der Ukraine steht, brauchen Sie nicht ständig die neuesten Kriegsnachrichten zu studieren, schauen Sie einfach in Ihr Depot und auf die Indizes: Hier werden alle Nachrichten aktuell bewertet und verdichtet zu nur einer Zahl. Das versteht jeder! Der NASDAQ geht wieder steil nach oben und: Ob sich Putin sein Gas in Rubel bezahlten lässt, berührt die Informationstechnologie nicht im geringsten, im Gegenteil. Bleiben Sie gesund! Corona hat wohl gewonnen und Lauterbach verloren und China wird auch gegen Corona verlieren.

 

Wie immer an dieser Stelle am Schluss ein paar Börsen- und Lebensweisheiten, diesmal alle vom Altmeister der Sprüche, Kosto, himself:

  • „An der Börse wird immer das gleiche Theater gespielt, nur mit verschiedenen Darstellern.“
  • „Der Börsianer lebt von seinen Erfahrungen und Überlegungen und von seinem Spürsinn. Der Engländer sagt: „My home is my castle“. Des Börsianers Devise ist: „My nose is my castle.“
  • „Hat man Aktien, so zittert man, sie könnten fallen; hat man keine, so zittert man, sie könnten steigen.“

Der berühmte Spekulant sprach vier Sprachen und hatte „Lehrstühle“ in New York, Paris, Rom, München und in Wien. Trotz zweimaliger Pleiten schaffte es Kostolany noch bis zum mehrfachen Millionär. Mitten in der europäischen Trümmerlandschaft wollte keiner deutsche Auslandsanleihen kaufen. Doch Kostolany glaubte an den Aufbauwillen der Deutschen und kaufte Anleihen in Paris, für 250 Franc das Stück. Einige Jahre später notierten diese Papiere bei 35.000 Franc. Die riesigen Gewinne mit Spekulationen auf fallende Kurse während der Weltwirtschaftskrise hatten ihn jedoch nachdenklich gemacht. Kostolany konnte sich nicht mehr „freuen, während andere weinten“. Er beschloss, nur noch auf steigende Kurse zu wetten.

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