Börse | Geld | Vermögen – August 2022

Kaufen, halten, verkaufen? Wer weiß das schon (Warren Buffett)? Immer im Markt bleiben (Charlie Munger)! Niemand war je in der Lage, die Börse vorherzusagen. Es ist eine totale Zeitverschwendung. In der von Forbes veröffentlichten Hitparade der Reichen der Welt war noch nie ein Börsentiming-Experte vertreten (Peter Lynch)! Hier werden keine konkreten Aktien empfohlen oder sonstige Kaufempfehlungen gegeben. Wohl wissend, dass nach allgemeiner Kapitalmarkttheorie alle zugänglichen Informationen bereits in den Kursen oder Preisen enthalten sind. Wenn also Börsenbriefanbieter konkrete Papiere empfehlen, so besteht die Gefahr des Frontrunnings. Es handelt sich dabei um eine spezielle Art des Insiderhandels. Als Frontrunning, in Deutsch vorauslaufend, bezeichnet man den Kauf von Wertpapieren durch Anlageberater oder Analysten, bevor sie diese ihren Kunden zum Kauf empfehlen. Das geschieht in vielen Fällen ganz offen, indem der Schreiberling um Seriosität zu suggerieren ganz offen erklärt, dass er in den Papieren bereits investiert ist, die er seinen Lemmingen anbiedert, damit diese über die Klippe springen. Wir wollen hier also nicht jeden Monat neue Thesen aufstellen, sondern nachhaltige Informationen bieten. Zeit also mal rückblickend unsere Informationen Revue passieren zu lassen, indem wir uns den letzten Informationsbrief vorknöpfen. Vorweg aber ein paar Worte zu Diess, dessen Abschuss einen schon betroffen macht. Da wurden die Gewerkschaftsfuzzis, die selber nie beruflich ein Bein auf die Erde gebracht haben schon im Vorfeld aktiv und demonstrierten ihre Macht mit „beim nächsten Mal ist er weg“. Diess hat einen hervorragenden Zwischenabschluss zum 30. 6. hingelegt, der seines gleichen sucht und das unter schwierigsten Bedingungen. Änderungen an der Softwarekonzeption wurden nicht publik und die Arbeitnehmervertreter haben alles Erdenkliche getan, um Diess hier scheitern zu lassen. Beginnend damit, dass Katrin Suder von der Gewerkschaft als Leiterin des neu geschaffenen IT-Ressorts im VW-Konzern nach bestandenem Auswahlverfahren abgelehnt wurde. Das Tribunal nutzte einen Amerikaaufenthalt von Diess, damit sich dieser nicht wehren konnte. Im Folgenden werden wir uns den Inhalt des letzten Informationsbriefes vorknöpfen und mit einem Monat Zeitverzug unsere Thesen einer Prüfung unterziehen. Die einführenden Börsen- und Lebensweisheiten sollen ja vom kurzfristigen Spekulieren abraten. Nun ging es ja grosso modo das erste Halbjahr stark Richtung Süden mit den Kursen. Wir Zocker wissen ja aus unseren Anfangsverlusten, dass man geneigt ist, dann zu verkaufen, wenn der Leidensdruck am größten ist und es einen Tag später wieder bereut, denn dann waren ja die Kurse schon wieder gestiegen. Zumindest für den US-Markt, den wir als verlässliches Vehikel für den Kapitalerhalt betrachten. Die letzten beiden Monate haben einen Großteil der Verluste bereits kompensiert. Wohl dem, der schon länger dabei ist. Er hatte nämlich nur einen Teil seiner noch nicht realisierten Gewinne verloren. Aktien sind bekanntermaßen nichts für Zocker, die als Daytrader abends glattstellen, um nicht zu Schlaftabletten greifen zu müssen. Zu den Kryptos mit Charly Munger: „Ich begrüße keine Währung, die so nützlich für Kidnapper und Erpresser und so weiter ist. Ich mag es auch nicht, wenn man an jemanden, der soeben aus dem Nichts ein neues Finanzprodukt erfunden hat, einfach ein paar zusätzliche Milliarden und Abermilliarden von Dollars ausschüttet“. Die ganze Entwicklung sei „ekelhaft und laufe dem Interesse der Menschheit zuwider“. Munger begrüßte Chinas Krypto-Verbot. Angesichts seiner offenen Krypto-Gegnerschaft dürfte es nicht verwundern, wenn Munger das aktuelle Krypto-Blutbad inklusive vieler Insolvenzanmeldungen großer Krypto-Unternehmen wie Terra, Celsius oder Three Arrows Capital mit wenig Mitleid beobachtet.

Munger ist einer der einflussreichsten Kritiker des Bitcoins – seit fast zehn Jahren. Auch unsere Rolex sind billiger geworden: Die Preise eines Bitcoins sind aber wohl nicht der einzige Grund für die fallenden Preise bei Rolex, Patek und Audemars: Nachdem nun auch der Bullenmarkt an den Börsen abgeflaut ist, Preise für alltägliche Bedürfnisse in die Höhe schnellen und sich für die kommenden Jahre eine Explosion der Energiekosten abzeichnet, sitzt das Geld der Spekulanten offenbar nicht mehr locker genug. Hinzu kommt, dass der russische Markt vom internationalen Uhrenhandel so gut wie abgeschnitten ist und Lockdowns in China ebenfalls für einen Rückgang der Nachfrage gesorgt haben. Russland und China gehören seit Jahren zu den wichtigsten Märkten für Luxusgüter. Die zeitlich verzögerte und unterdimensionierte Inflationsbekämpfung in Europa im Vergleich zu den USA ist natürlich ein Kniefall vor Italien: Wir kommen aus der Nummer nicht mehr heraus! Italien ist too big to fail, alle wissen das, die Südländer nutzen das weidlich aus und die EZB liefert die Instrumente: Die nationalen Banken und die EZB kaufen die Papiere der Schwachländer auf und halten somit deren Zins niedrig und den der Starkländer damit hoch. Folge: Es fehlt im Süden ein Anreiz zum Sparen und über die Umverteilung über die Zinsen werden Starkländer belastet. Greenspan hat das Dilemma frühzeitig erkannt: „Der Euro wird kommen aber keinen Bestand haben“. Das gleiche Phänomen wie in der Küche: Der Weg vom Ei zum Rührei ist bekannt, der vom Rührei zum Ei noch nicht. Was spricht grundsätzlich für Technologieaktien? Der technische Fortschritt erneuert sich selbständig wie es Schumpeter treffend beschrieben hat. Anders bei Immobilien oder Quellen fossiler Brennstoffe. Wie auch immer: Bei Immobilien ist zu Beginn der unbebaute Grund oder Boden und am Ende auch: Die Verluste aus dem Wegfall der Aufbauten müssen somit über den steigenden Wert des Grund und Bodens kompensiert werden. Auch die Quellen fossiler Brennstoffe versiegen. Die Mieter werden zurzeit gebeutelt durch steigende Lebenshaltungskosten und Mietnebenkosten, so dass der Spielraum für Mieterhöhungen aus steigenden Zinsen nicht gegeben ist, im Gegenteil, Stützungen der Mieter sind erforderlich. Das deutsche Geschäftsmodell kommt auf Sicht unter die Räder: Billige Energie aus Russland, kostenlose Sicherheit durch die USA und billige Produktion durch China. Wenn man sich den Eiertanz um die geplante Reise von Pelosi nach Taiwan anschaut, wird klar: Bei Computerchips sind wir noch erpressbarer als beim Gas. Die Abhängigkeit von Halbleitern und Medikamenten aus Asien ist größer als von russischer Energie. Wo bleibt Europa, wenn die USA sich auf Asien konzentrieren?

Ein Kriegsausbruch dürfte das blitzschnell ändern. Er würde Europas prekäre Sicherheitslage und ökonomische wie politische Erpressbarkeit, die die Kämpfe in der Ukraine offengelegt haben, bedrohlich verschärfen. China stellte klar: Notfalls würde Chinas Luftwaffe das Flugzeug mit der Politikerin an Bord, die das dritthöchste Amt der USA innehat, abdrängen. Ein Ende des Ukrainekonflikts ist nicht erkennbar: Die russische Marine wird aufgewertet und mit neuen Waffensystemen bestückt und man darf die russische Seele nicht unbeachtet lassen: Das gewaltverherrlichende Land empfindet es als höchsten Balsam für seine Seele, wenn es andere Länder demütigen und erniedrigen kann. Alles bekannt, und trotzdem haben unsere Regierungen die Abhängigkeit vergrößert, genau wie gegenüber China. Betriebswirtschaftlich heißt das Gewinnmaximierung und politisch begnügte man sich mit der unbewiesenen Floskel „Wandel durch Handel“. Alles Schönmalerei.

Eines ist klar: Ein weiterer Konflikt neben der Ukraine wird dem Westen tief an die Substanz gehen. Was tun? Richtung halten: Bleiben Sie in den US-Techwerten. Ihre Rolex dürfte mit den Kryptos weiter an Wert verlieren. Rolex ist ein Massenherstellter mit bester Marketingstrategie genau wie die Vielzahl der Kryptoanbieter. Die Uhren werden aber nicht unter den Listenpreis sinken, der Wert der Kryptos wird sich dagegen atomisieren.

Wie immer an dieser Stelle am Schluss ein paar Börsen- und Lebensweisheiten:

  • „Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Missbrauch“ (Albert Einstein).
  • „Der große Vorteil des Reichtums liegt darin, dass man sich keine Ratschläge mehr anzuhören braucht“ (John Davison Rockefeller).
  • „Genau wie Warren Buffet hatte ich das tief verwurzelte Bedürfnis reich zu werden. Nicht weil ich gerne Ferraris haben wollte – Ich wollte die Unabhängigkeit. Die Freiheit ist was ich so sehr wollte“ (Charlie Munger).

Haben Sie Rentabilitätsprobleme bei Ihren Vermögensdispositionen, sei es mit dem Hintergrund Schweiz oder der geringen Erträge aufgrund der Negativzinsen, der Bankenhonorare oder sind Sie hinsichtlich Ihrer Altersvorsorge, insbesondere Lebensversicherungen, unsicher? Lassen Sie sich von uns beraten. Für ein erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand und wir werden nicht von dem Produkteanbieter bezahlt. Das ist wichtig! Wir sind nur unserem Auftraggeber verpflichet.

Wollen Sie Ihre Vermögendispositionen beurteilt wissen oder wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die aktuellen Entwicklungen sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir checken Ihr Vermögens- oder Geschäftsmodell und unterstützen Sie bei der strategischen Adjustierung.

Gehören Sie zu den 20 % der erwarteten Insolvenzunternehmen, stimmen Sie mit uns die richtige Strategie ab, um Herr im Hause zu bleiben.

Wir organisieren für Sie die Unternehmensnachfolge und nehmen im Vorfeld gerne eine indikative Unternehmensbewertung vor, damit Sie überschlägig eine Markteinschätzung ihres Unternehmens gewinnen, dieses auch unter Berücksichtigung der momentanen Apokalypse, die noch nicht vorbei ist.

Lassen Sie sich von uns Ihre testamentarischen Verfügungen hinsichtlich Ihrer Steuerfolgen bewerten.