Börsentipps Juni 2019

Kaufen, halten, verkaufen? Wenn Sie unserer letzten Empfehlung gefolgt sind und einen Trailing Stop gesetzt haben sind Sie dank der durch die Kursverluste ausgelösten Verkauforders im sicheren Geld und es stellt sich die Frage eines Wiedereinstiegs. Sie haben einen Teil der Gewinne seit Jahresbeginn mitgenommen und sind per Saldo im Plus, also alles im grünen Bereich und Sie können mit Ruhe die Situation ausloten. Wenn Sie unseren Anregungen gefolgt sind, sind Sie bei einem Billigstbroker, so dass die Transaktionskosten zu vernachlässigen sind: Wenn die Ampel rot zeigt, bleiben Sie stehen und laufen erst bei grün weiter, wie im richtigen Leben auch. Heute am Dienstagmorgen zeigen alle Indizes bis auf die amerikanischen nach Süden. Die Rhetorik aus China zum Handelsstreit nimmt an Schärfe zu: Die Tageszeitung „China Daily“ sah eine Strategie der USA, erst „unangemessene Forderungen“ zu stellen, von denen klar sei, dass China sie nicht erfüllen könne, und dann China für das Scheitern der Gespräche verantwortlich zu machen. Es sei ein Trick, „neue Entschuldigungen zu finden, um einen Wirtschaftskrieg gegen China zu führen“, hieß es in einem Kommentar. „Es lässt die Menschen fragen, ob die USA ihr Handelsdefizit mit China verringern wollen oder versuchen, Chinas Entwicklung zu unterdrücken.“ Wie die Leser dieser Kolumne wissen war es anderes: der chin. Staatspräsident hatte die getroffene Vereinbarung selbstherrlich geändert und Trump war mit dem Spiel nicht einverstanden: wohl zu Recht. Aber auch im politischen Europa gibt es Anlass zur Sorge. „Es wird immer deutlicher, dass Matteo Salvini die Machtprobe mit der EU sucht. Wenn es nach Salvini geht, werden Defizit und Schulden weiter steigen. Zudem mehrten sich nach dem Rückzug von Andrea Nahles als SPD-Partei- und Fraktionschefin die Spekulationen über den Fortbestand der „GroKo“ und möglicherweise vorzeitige Neuwahlen. Die Realsatire Brexit geht weiter und Trump revanchiert sich für das historisch unangemessene Verhalten von Europa und insbesondere der Deutschen und versucht die EU zu spalten, indem er den Brexitbefürworter Johnson als May-Nachfolger empfiehlt und mit bilateralen Handelsabkommen für die Zeit nach dem Brexit ködert. Politische Börsen haben kurze Beine, lautet eine der derzeit meist zitierten Durchhalteparolen an den Aktienmärkten. Gemeint ist mit dieser bekannten Anlegerweisheit, dass politische Konflikte erfahrungsgemäß nur vorübergehend auf die Kurse drücken. Mittel- bis langfristig dagegen rücken wieder fundamentale Faktoren in den Mittelpunkt. In den USA erleben wir zur Unzeit auch einen Gafa-Schock: Amerikanische Regulierer und Aufsichtsbehörden entdecken am Beispiel der global mächtigen Techkonzerne, dass Trusts einer Marktwirtschaft nicht guttun. Besonders Politiker der Demokraten sind nun auf dem Besorgnis-Level der EU-Kommission angelangt. Und so wird sich das US-Justizministerium mit Beschwerden über wettbewerbsfeindliche Aktionen von Apple beschäftigen. Die Federal Trade Commission wiederum setzt sich mit der Macht von Facebook auseinander; als Ausgleichssumme für Anti-Datenschutz-Vergehen sind fünf Milliarden US-Dollar im Gespräch. Auch die Macht von Google und Amazon rückt ins politische Zentrum, alles Gift für die Aktienkurse. „Gafa“ – also Google-Apple-Facebook-Amazon – könnte sich von Anlegers Darling zu Anlegers Albtraum entwickeln. Da die kleinen Werte in der Regel mit den ganz großen mitsegeln, kommen auch die Nebenwerte unter die Räder. In den USA fiel der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Mai um 0,7 auf 52,1 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2016 zurück. Grund dürfte u. a. die Verschärfung der internationalen Handelsstreitigkeiten sein. Der Fed-Chef von St. Louis, James Bullard, sieht aufgrund der dadurch bedingten Eintrübung der konjunkturellen Perspektiven die Notwendigkeit, den Leitzins in den USA schnell zu senken, um die Inflationserwartungen zu stabilisieren. Mit Blick auf die Zinskurve sei die Geldpolitik zu restriktiv. In Deutschland und der Eurozone fielen die Umfragewerte zu den Einkaufsmanagerindizes im Mai im kontraktiven Bereich noch einmal leicht zurück (Deutschland: 44,3 nach 44,4. Eurozone: 47,7 nach 47,9) und notieren nur knapp über den jüngst verzeichneten Tiefständen. Ebenfalls unter die Marke von 50 Indexpunkten zurückgefallen ist nun auch der Industrie-PMI in Großbritannien. Bedingt vor allem durch den Abbau der im Vorfeld des ursprünglichen EU-Austrittstermins des Landes bis Ende März 2019 aufgestauten Lagerbestände fiel der entsprechende Umfragewert auf den niedrigsten Stand seit Juli 2016 zurück, dem Monat nach dem EU-Referendum. Damit droht der britischen Wirtschaft in den kommenden Quartalen ein nachlassendes BIP-Momentum. Offensichtlich besteht eine Rezessionsgefahr. Auf ein gutes erstes Quartal folgt die Korrektur im zweiten. Analysten erwarten für die nächste Jahreshälfte keine Besserung. Wegen der zunehmenden Konjunktursorgen, gerade auch um die US-Wirtschaft, flüchten Investoren in den sicheren Hafen US-Staatsanleihen. Daher brechen die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen auf 2,16 Prozent ein. Sie liegen damit in der Nähe des niedrigsten Niveaus seit November 2016. Weitere sichere Häfen sind der japanische Yen und Gold. Beim Yen lösen Investoren dabei den sogenannten „Carry Trade“ auf. In „normalen“ Zeiten – sprich wenn die Weltwirtschaft wegen der weltweiten Schuldenexplosion wächst – steigt der Dollar üblicherweise gegenüber dem Yen. Das nutzen Investoren, um massiv Yen-Kredite aufzunehmen und das Geld beispielsweise in US- und europäische Aktien zu stecken. Dabei profitieren die Investoren von zwei Seiten: Einerseits von Währungsgewinnen, andererseits von Kursgewinnen am Aktienmarkt. Das Spiel geht allerdings nur solange gut, wie der Yen fällt. Wenn allerdings eine Krise heraufzieht, verkaufen Investoren ihre Aktien und zahlen ihre Yen-Kredite zurück, weshalb die Währung gegenüber dem Dollar deutlich nach oben dreht, beziehungsweise der Dollar kräftig den Rückwärtsgang gegenüber dem Yen einlegt. Der Goldpreis bekommt gleich von drei Seiten Rückenwind: Erstens, weil der Dollar gegenüber dem Yen sinkt, was den Goldpreis auf Dollar-Basis beflügelt. Zweitens, weil Investoren sich gegen einen weiteren Kurseinbruch beim S&P500 und am weltweiten Aktienmarkt absichern wollen und etwas Geld aus Aktien und Gold umschichten. Drittens, weil die US-Zinsen kollabieren, zumal die Fed in dem Umfeld innerhalb weniger Monate mit Zinssenkungen beginnen und anschließend zum QE-Gelddrucken zurückkehren dürfte. Daher könnte sich die Trendwende nach oben bei Gold in den nächsten Monaten beschleunigen. Trumps Sorgen um Huawei erscheinen berechtigt, die deutsche Sorglosigkeit, die sich auch bei Northstream II zeigt, ist nicht zu rechtfertigen, per Saldo nur der vergötzten Sozialproduktsteigerung geschuldet und auch ohne jede Moral. Der Stellvertreterkrieg um Huawei könnte Trump jedoch auf die Füße fallen, es fehlen den USA bekanntermaßen verfügbare seltene Erden, Lagerstätten sind ausreichend vorhanden, auch in Deutschland. Was tun? Profis können short gehen. Nichtzocker sollten long gehen und im Geld mit Ruhe abwarten, bis die Ampel wieder gelb bzw. grün zeigt und dann mit der Hand setzen. Zu bedenken: An einem schlechten Tag verlieren Sie mehr wenn Sie drin bleiben als die Inflation Ihren Geldsack im Jahr erleichtert.

Wie immer an dieser Stelle ein paar Bonmots zum Aktienmarkt:

  • ‚Sell in may and go away:‘ Könnte aktuell etwas was mehr als dran sein.
  • „Eine freundliche Stimmung an der Börse sollte nicht zu voreiligen Schlüssen führen.
  • So manch einer, der rosig aussieht, hat auch nur hohen Blutdruck. Es gibt tausende Möglichkeiten, sein Geld auszugeben, aber nur zwei, es zu erwerben; Entweder wir arbeiten für Geld- oder das Geld arbeitet für uns.“ (Bernhard Baruch)
  • „Wissen Sie, wie man mit Aktien zu einem kleinen Vermögen kommen kann?Ganz einfach: indem man mit einem großen anfängt.“

Haben Sie Rentabilitätsprobleme, sei es mit dem Hintergrund Schweiz oder der geringen Höhe aufgrund der Bankenhonorare oder sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand und wir werden nicht von dem Produkteanbieter bezahlt.

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