Börsentipps November 2016

Halten, kaufen oder verkaufen? Die US-Wahlen haben gestern den DAX gedrückt und die die FED wird von den Wahlen trotz guter Zahlen das Zinsniveau nicht anheben; eine Zinsanhebung ist für den Dezember wahrscheinlich. Die US-Wirtschaft hat im dritten Quartal an Dynamik gewonnen und die höchste Wachstumsrate seit zwei Jahren erreicht. Wie das Handelsministerium im Rahmen einer ersten Veröffentlichung mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September auf das Jahr hochgerechnet um 2,9 Prozent. Der von der US-Notenbank als Inflationsmaß favorisierte Deflator für die persönlichen Konsumausgaben stieg um 1,4 Prozent nach einem Anstieg von 2,0 Prozent im Vorquartal und plus 0,3 Prozent im ersten Quartal. Trump wird die USA wie eine Firma führen mit dem Ziel der Beschäftigungssteigerung und der Durchsetzung amerikanischer Interessen. Da dürfte kein Stein auf dem anderen bleiben, auch in der Sicherheitspolitik nicht, so dass wir für die amerikanischen Sicherheitsleistungen zahlen und uns selber um Europa kümmern müssen mit der Konsequenz, dass die Sozialausgaben reduziert werden müssen. Auch Clinton wird eine ähnliche Politik fahren müssen: In den beiden Häusern des Kongresses haben die Republikaner die Mehrheit. Wie das Duell der mit Scheuklappen politisierenden Kanzlerin mit dem Schreihals Trump ausgehen wird, dürfte klar sein. Viele Länder in Europa kämpfen mit dem Euro als gemeinsamer Währung. Während sich viele der neuen Beitrittsstaaten aus dem Osten recht gut schlagen, gerät ein Land im Herzen Europas immer mehr unter Druck. So ist der nächste Austrittskandidat aus der EU schon ausgemacht: Italien. Die italienische Volkswirtschaft ist nicht wettbewerbsfähig und hat in den vergangenen Jahren keine messbaren Anstrengungen unternommen, wieder wettbewerbsfähig zu werden. Die Wirtschaftspolitik in der EU naht dem Ende akzeptabler Maßnahmen: Fiskal- und Zinspolitik gehen nicht mehr: Die Länder halten die EU-Verträge nicht ein, Banken und nunmehr auch der Sachverständigenrat halten die EZB-Geldpolitik für korrekturbedürft, da die Banken durch geringe Gewinne an Kreditschöpfungspotential verlieren und die kapitalgedeckten Altersvorsorgesysteme auf Grund gehen. Credo: Die Zinsen steigen und korrespondierend werden die Vermögensgüterpreise sinken. Was nun versucht wird auf nationaler Ebene zur Hebung der Beschäftigung der Wähler (USA, BREXIT, Arbeitsmarktvorschriften in der Schweiz und Frankreich, etc..) ist die Reduzierung der internationalen Arbeitsteilung mit Hinweis auf die Probleme bei CETA und TTIP: also Abschottung gegen Freihandel, David Ricardo wird sich im Grab wohl umdrehen, er wies nach, daß jedes Land den größtmöglichen Güterertrag erzielt, wenn es die Produkte mit den geringeren Arbeitskosten selbst herstellt und die übrigen Güter im Austausch bezieht, wobei schon die relativen Kostenvorteile die internationale Arbeitsteilung und ihre weitere Spezialisierung gewährleisten. Das ist Dogmengeschichte, die niemand wohl mehr interessiert. Wohin also mit unsere sauer verdienten Geld? Von Immobilien in China ist abzuraten. Wie Pekings Zentralbanker haben sich bereits viele Stimmen sorgenvoll über den Häusermarkt im Reich der Mitte geäußert, in dem die Preise innerhalb von zwölf Monaten um über 30 Prozent und in Städten wie Peking, Schanghai und Shenzhen seit Beginn des Jahres 2015 teilweise um 76

Prozent gestiegen sind. Von der korrespondierenden Kreditblase können die chin. Staatsbanken hart getroffen werden, da sie weiterhin auf einem Haufen wackliger Kredite an Staatsunternehmen sitzen. Dort will man mit einer Mindestanzahlungshöhe bei Immobilien gegenhalten. In Deutschland ist die Lage nicht so dramatisch, aber schon ähnlich: So sind die Wohnungspreise z. B. in Köln im Jahresvergleich um 17 % und in Berlin um 13 % gestiegen. Ein deutscher Gesetzesentwurf sieht vor, dass bei einer Marktüberhitzung eine Obergrenze für den Fremdfinanzierungsanteil bei einem Immobilienkauf festgelegt werden kann. Außerdem soll ein Zeitraum fixiert werden können, in dem ein gewisser Anteil eines Kredites zurückgezahlt werden müsste. Auch eine Grenze für die Schuldentragfähigkeit eines Kreditnehmers bezogen auf sein Einkommen könnte definiert werden. Möglich wäre zudem, dass eine Mindestrückzahlung vereinbart werden müsste – tilgungsfreie Kredite wären dann nicht mehr möglich. Deutschland und China sind also ähnlich gestrickt, auch wenn der Besuch Gabriels etwas anderes vermuten lässt. Die Abhängigkeit von der Türkei in der Flüchtlingsaufnahme ist arg strapaziert durch die Säuberungen und rd. 50 Millionen Afrikaner streben nach Europa und hier wohl zu uns und Merkel redet die Probleme weg mit dem Verweis auf das Grundgesetz, das für diesen Fall der Völkerwanderungen gar nicht konzipiert wurde, sondern für den Einzelfall. Per Saldo für die Kapitalanlage kein gutes Omen, wird ja auch für das kommende Jahr eine stramme Inflationsrate erwartet, so dass das Aussitzen im Festgeld keine Alternative mehr ist. Wie die EZB dem Kursverfall all der aufgekauften Bonds begegnen will bleibt Darghis Geheimnis. Die Riesenverluste werden sozialisiert werden müssen über die nationalen Haushalte. Was tun? Altersabhängig! Älteren Zeitgenossen ist zu empfehlen, den Vermögenspreisverfall über steigende Zinsen auszusitzen, jüngere Anleger können selektiv einsteigen. Es kommt auf den Einzelfall an.

Wie immer an dieser Stelle ein paar Bonmots zu Aktienmarktstrategien:

  • „Richtig ist alles, womit man an den Märkten Geld verdienen kann.“
  • „An der Börse hat jeder mal recht! Wichtig ist nur, wie viel verdiene ich wenn ich recht habe und wie viel verliere ich, wenn ich unrecht habe?“
  • „Wenn man alles berechnet, gelingt nichts.“

 

Haben Sie Rentabilitätsprobleme, sei es mit dem Hintergrund Kapitalanlage in oder Finanzierung aus der Schweiz oder der geringen Höhe aufgrund der Bankenhonorare oder sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand und wir werden nicht von dem Produkteanbieter bezahlt.

Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die weiterhin instabile Konjunktur sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir checken Ihr Geschäftsmodell und unterstützen Sie bei der strategischen Adjustierung.

Wir organisieren für Sie die Unternehmensnachfolge und nehmen im Vorfeld gerne eine indikative Unternehmensbewertung vor, damit Sie überschlägig eine Markteinschätzung ihres Unternehmens gewinnen.

Die Koalition hat sich bei der Reform der Erbschaftsteuer geeinigt. Der geänderte Gesetzesentwurf wurde am Freitag 24. Juni 2016 vom Bundestag verabschiedet. Ob der Bundesrat am 8. Juli 2016 in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zustimmen wird ist offen. Das Gesetz soll rückwirkend zum 1. Juli 2016 in Kraft treten. Den Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes haben wir auf unserer Home-Page veröffentlich. Die Reform der Erbschaftsteuer hat die nächste Hürde genommen. Der Bundestag stimmte mehrheitlich dem Kompromissvorschlag des Vermittlungsausschusses zu. Darauf hatten sich die Vermittler von Bundestag und Bundesrat in der Woche verständigt. Demnach sollen Firmenerben auch künftig weitgehend von der Erbschaftssteuer verschont werden, wenn sie das Unternehmen lange genug fortführen und Arbeitsplätze erhalten. So gab es Einvernehmen bei strittigen Kriterien, etwa wie Unternehmen zu bewerten seien: Künftig soll das Betriebsergebnis des Unternehmens maximal mit einem Kapitalisierungsfaktor 13,75 multipliziert werden, um die Höhe der Steuer anzusetzen. Dieses gilt für das vereinfachte Ertragswertverfahren. Bei dem IDW S1-Verfahren kommen regelmäßig wesentlich geringere Multiplikatoren zur Anwendung, dafür ist die Berechnung aufwendiger, was sich aber in jedem Fall lohnt. Geplant ist zudem, Missbrauch zu bekämpfen. Beispielsweise sollen Cash-Gesellschaften verhindert werden. Damit soll die Möglichkeit genommen werden, mittels einer GmbH liquides Vermögen von der Besteuerung zu befreien. Freizeit- und Luxusgegenstände wie Oldtimer, Yachten und Kunstwerke sollen grundsätzlich nicht begünstigt werden. Technische und klarstellende Änderungen gibt es bei den Altersvorsorge-Deckungsmitteln und Ausnahmen für vermietete oder verpachtete Grundstücke beispielsweise von Brauereien. Auf unserer Home-Page haben wir die Grundzüge der Reform zusammengestellt. Gerne beraten wir Sie im Einzelfall.

2. Neues zu Selbstanzeige

Ab 2017 startet der automatische Informationsaustausch zu Bankkunden-Daten mit 55 Staaten. Die Weltsteuerkonferenz im Oktober 2014 war ein Höhepunkt in der Amtszeit von Wolfgang Schäuble. Damals unterzeichneten Vertreter von 51 Staaten in Berlin unter Federführung des Bundesfinanzministers das internationale Abkommen über den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen. Mittlerweile hat sich die Zahl der Teilnehmerländer auf 105 fast verdoppelt. Als letztes Land reihte sich noch ausgerechnet Panama ein.

Das Abkommen ermöglicht den Finanzverwaltungen sämtlicher Vertragsstaaten spätestens ab 2018 den Zugriff auf Daten von Auslandskonten von Privatleuten. Die Auskünfte, die dann auch deutsche Finanzämter erhalten werden, sind umfangreich: Banken sind künftig verpflichtet, jährlich und automatisch persönliche Stammdaten von „Steuerausländern“ zu melden – darunter Name, Anschrift, Geburtsdatum, Steueridentifikations- und Kontonummer.

Darüber hinaus sind auch die Jahresendsalden der Konten, Zins- und Dividendeneinnahmen sowie Erlöse aus Verkäufen von Aktien und anderen Wertpapieren zu erfassen. Diese Informationen bekommt der deutsche Fiskus mittelbar nicht nur von Kreditinstituten, sondern auch von Versicherungen, Depotverwahrstellen, Stiftungen und Trusts im Ausland.

Besitzer ausländischer Schwarzgeldkonten sollten sich daher keine Hoffnung machen, nicht enttarnt zu werden. Das neue Abrufverfahren wird sich trotz technischer Startschwierigkeiten einspielen, so dass in begründeten Fällen eine Selbstanzeige geprüft werden sollte. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir beraten auf diesem Gebiet seit vielen Jahren.