Börsentipps Oktober 2021

Kaufen, halten, verkaufen? Wer weiß das schon (Warren Buffett)? Um die Lust am Lesen hoch zu halten, beschäftigen wir uns zunächst mit den launischen Kryptos als mentale Vorbereitung auf die weniger lustigen Themen wie Zinsen und Crash, versönlich sind dann die weiteren Themen, wohin mit unserem Zaster und dem Mißtrauen gegenüber nachhaltigen Anlagen. Wer kauft denn überhaupt Kryptos? 2020 hatten in den USA nur 4 % der Bevölkerung Kryptos. Die amerikanischen Krypto-Investoren sind eher männlich, jung und genießen einen hohen Bildungsstand sowie ein überdurchschnittliches Einkommen. Das bestätigen einem auch die neidisch machenden Videos auf TikTok aus Dubai, die bei einem schon mal die Frage nach dem Sinn eines arbeitsreichen Lebens auslösen. In den USA betrug der Kryptomarkt in 2020 mehr als 2 Billionen US-Dollar; wenn man diesem das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2020 rund 3,33 Billionen Euro gegenüberstellt, ist das eine ganze Menge. Der Vorsitzende der Zentralbank von Schweden verglich den Handel mit Bitcoins mit dem von Briefmarken. Er führte aus, das privates Geld normalerweise früher oder später zusammen bricht. Er sieht auch die Vorteile der Kryptos für Geldwäsche. Einige Zentralbanker haben die Kryptos mit der Tulpenblase des 17. Jahrhunderts verglichen, die mit einem Zusammenbruch endete. Im Februar sagte der irische Zentralbankgouverneur, Bitcoin-Investoren sollten bereit sein, ihr gesamtes Geld zu verlieren. Der Gouverneur der Bank of England stellte fest, dass Kryptowährungen keinen intrinsischen Wert haben und auf Null sinken könnten. „Es tut mir leid, ich sage es noch einmal ganz unverblümt: Kaufen Sie sie nur, wenn Sie bereit sind, Ihr ganzes Geld zu verlieren“, sagte der Gouverneur. Diese Worte sind hier in dieser Postille schon gefallen. Offenbar wird sie gelesen. Wenn den laufenden Stromkosten der Kryptos kein Ertrag gegenübersteht, ist ihr Cash Flow und damit ihr innerer, rechnerischer Wert negativ. Vielleicht hilft hier den Kryptorianern die Unterscheidung von Wert und Preis zur Einsicht in das Investitionsrisiko aus der Unternehmensbewertung weiter: Wert ist das was man bekommt und Preis ist das, was man hergibt. Vulgo: Man erhält nichts und gibt dafür gutes Geld her, wobei das Nichts sich über den Zeitverlauf wie bei den Tulpenzwiebeln oder Kettenbriefen einstellt. Zum Crash: Wie schon in der Bibel beschrieben, folgen guten Jahren auch schlechte, in der Ökonomie spricht man von Konjunktur und schlimmstenfalls von Krisen. Altmeister Buffet ist eine ökonomisch hohe Instanz. Sein Buffet-Indikattor klettert auf Rekordhoch. Für einen kommenden Crash ein gutes Zeichen. Sein Indikator misst den Wert der öffentlich gehandelten Aktien eines Landes geteilt durch dessen Bruttoinlandsprodukt. Im Optimalfall ist die Marktkapitalisierung des Landes nicht signifikant höher als die Wirtschaftsleistung. Andernfalls könnte dies auf eine Überbewertung am Markt hinweisen. Global gesehen beträgt die Kennzahl aktuell 142 Prozent, womit die Marktkapitalisierung deutlich über dem weltweiten Bruttoinlandsprodukt liegt. In den USA erreichte der Richtwert kürzlich sogar einen Anteil von 243 Prozent. Klar: Die Aktienkurse haben deutlich zugelegt, während die Wirtschaft von zahlreichen Einschränkungen im Rahmen der Pandemie in Mitleidenschaft gezogen wurde. Den Gelddruckern verbindichen Dank. Lagarde hält sich als Juristin bedeckt. Schnabel pocht darauf, dass die Inflation vorübergehend ist. Noch ist es streng verpönt, auf die Euro-Krise nach der Lehman-Pleite aus den US-Immobilien hinzuweisen und darauf, dass die Eurozone unterschiedliche Volkswirtschaften umfasst, so dass die Zinspolitik nie passend ist: Italien wurde so schwer verwundet, dass heute noch nicht wieder sein Sozialprodukt von 2008 erreicht ist. Wie auch immer: Die Zinsen steigen, die Geldsparer haben genug geblutet und dann geht es uns Zockern an den Kragen. Die europäischen Notenbanken haben 4,3 Billionen Euro eingesammelt, davon 940 Milliarden die Bundesbank: Wenn die Zinsen steigen, sinken die Kurse der Festverzinslichen, dann gibt es keine Auschüttungen mehr an den Bundeshaushalt. Keiner kann außer den Sparern höhere Zinsen gebrauchen: Die Regierung sitzen dann in der Schuldenfalle, das Spielgeld für die Zocker wird teuerer und die Zentralbanken verlieren ihre Macht gg. den Regierungen. Wer ist denn Preistreiber? Der Klimaschutz, der Mindestlohn und die Überalterung der Gesellschaft, was wiederum zu höheren Löhnen führt und China, ebenfalls mit Überalterung und Überschuldungsproblemen, die ja gerade im Immobilienbereich sichtbar werden. Was ist mit den Aktien, wenn die Zinsen steigen? Die Zinsaufwendungen und der Kapitalisierungsfaktor steigen, die Anleger schwenken in Festverzinsliche um, so dass ein Druck auf die Kurse erfolgt. Für den DAX und den EuroStoxx gilt das ohne Zweifel. Wir setzen aber hier auf Innovation und Marktvolumen, konkret auf weltweit führende Hochtechnologiewerte. Diese sind sicherlich stramm bewertet, so liegt das KGV vom Nasdaq 100 bei 43. Diese Firmen haben aber Gewinne, Geld, Cash Flow und Innovation ohne Ende, sind also von Zinserhöhungen, inbesondere leichten, gar nicht betroffen. Per Sado wird es hier auch zu Rücksetzern kommen, aber nicht in dem Umfang wie den Alttechnologiefirmen in Europa. Zu beachten ist auch, dass in den USA und ihr folgend auch Länder in Europa bei der Altersvorsorge auf Aktien setzen. Das Rad dreht sich so: Laufen die Gewinne, steigen die Aktien, laufen sie mal nicht, wird an der Zinsschraube nach unten gedreht. Das Thema Nachhaltigkeit wurde hier bereits thematisiert und in den Kontext zu dem Gewinnziel der Unternehmen gestellt. Dem folgt nunmehr die Brache. So kommt auch Kritik von überraschender Seite: Tariq Fancy, der selbst bei BlackRock als Chefanleger für nachhaltiges Investieren tätig war, argumentiert jetzt öffentlich gegen die Branche. Er führt aus: „Nichts hindert sie daran, mit ihren anderen Finanzierungsquellen nicht-grüne Aktivitäten zu verfolgen“. Zeitgleich hätten Anbieter in diesem Segment seiner Ansicht nach die Verbesserung der eigenen Gewinnentwicklung im Blick, schreibt Fancy weiter. Finanzinstitute hätten eine offensichtliche Motivation, auf ESG-Produkte zu drängen, da diese höhere Gebühren mit sich brächten. Auch die Deutsche Bank hat ESG-Probleme: Die US-Börsenaufsicht ermittelt offenbar gegen den Fondsanbieter DWS. Dabei geht es um den Verdacht, dass die Tochter der Deutschen Bank Etikettenschwindel bei „grünen“ Investments betrieben hat. Der Vermögensverwalter DWS, die Fondstochter der Deutschen Bank, soll Medienberichten zufolge zu nachlässig mit Kriterien für nachhaltige Investments umgegangen sein. Die US-Börsenaufsicht SEC und andere Behörden haben daher laut „Wall Street Journal“ Ermittlungen aufgenommen. Wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtet, untersucht auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), ob der Vermögensverwalter seine nachhaltigen Investmentprodukte falsch ausgewiesen hat. Was tun? Hoffen, dass man in der Urne, das Kreuz an der richtigen Stelle gemacht hat: Deutschland steht am Wendepunkt: Wollen wir Industrie- und Exportnation bleiben oder den erkennbar falschen Versuch unternehmen, mit einem Weltverschmutzungsanteil von 2 % die restlichen 98 % mit zu retten, sind doch tausende Kohlekraftwerke in China und Entwicklungsländern im Bau. Auch ein Grund mehr, hier nicht zu investieren.

Wie immer an dieser Stelle am Schluss ein paar Börsen- und Lebensweisheiten, diesmal alle von Warren:

  • „Du musst kein Raketenwissenschaftler sein. Das Investieren in Aktien ist kein Spiel, bei dem derjenige mit einem IQ von 160 denjenigen mit einem IQ von 130 schlägt.“ Laut Buffett muss man kein Genie sein, um an der Börse erfolg zu haben. Es genügt ein gesunder Menschenverstand.
  • „Investiere niemals in ein Unternehmen, dessen Geschäft du nicht verstehst.“ Wer das Geschäftsmodell nicht versteht, merkt erst, dass es schlecht um ein Unternehmen steht, wenn die Zeit zum Aussteigen schon längst abgelaufen ist.
  • „Kaufe Aktien von Unternehmen, die so wundervoll sind, dass ein Idiot diese leiten kann, denn früher oder später wird es einer tun.“ Auch Vorstandsvorsitzende sind nur Menschen und diese neigen zu Fehlern. Wenn ein Geschäftsmodell jedoch einfach gestrickt ist, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich der Schaden in Grenzen hält.

Na ja: Wer verseht schon die Geschäftsmodelle der HighTec-Firmen? Also gehen Sie in ETF dieser Firmen. Die Kriterien für die Aufnahme in den Nasdaq 100 sind streng. Die Sprüche vom Meister sind schon älter. Gehen Sie nicht in Einzeltitel: Alle Informationen sind bereits im Kurs berücksichtigt. Ob Sie das Geschäftsmodell kennen und auch noch verstehen oder nicht ist bei der Vielzahl der Player irrelevant. Streuen Sie das Risiko bei geringsten Kosten mit ETF.

Haben Sie Rentabilitätsprobleme bei Ihren Vermögensdispositionen, sei es mit dem Hintergrund Schweiz oder der geringen Erträge aufgrund der Negativzinsen, der Bankenhonorare oder sind Sie hinsichtlich Ihrer Altersvorsorge, insbesondere Lebensversicherungen, unsicher? Lassen Sie sich von uns beraten. Für ein erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand und wir werden nicht von dem Produkteanbieter bezahlt. Das ist wichtig! Wir sind nur unserem Auftraggeber verpflichet.

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