Börsentipps September 2021

Kaufen, halten, verkaufen? Wer weiß das schon (Warren Buffett)? Die Allianz bzw. deren Tochterunternehmen Allianz Global Investors, beide renommierte Unternehmen, die es wissen könnten oder sollten wissen es offensichtlich auch nicht. Die Lehrer im US-Bundesstaat Arkansas und die U-Bahn-Fahrer in New York sind zurzeit nicht gut auf den deutschen Allianz-Konzern zu sprechen. Denn ihre Pensionsfonds haben Milliardenverluste mit Spezialfonds der Allianz-Tochter Allianz Global Investors (AGI) erlitten. Das kostet viele Dollar bei der Altersversorgung jedes Einzelnen. Auch andere große Anleger und Privatpersonen haben Geld verloren. Insgesamt sechs Milliarden Dollar verlangen sie vor Gericht von dem Versicherungskonzern. Im Mittelpunkt der Klagen stehen Hedgefonds, die Allianz Global Investors unter dem Namen „Structured Alpha Fonds“ aufgelegt hatte. Die Papiere hatten in der Talfahrt an den Märkten zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020 massive Verluste erlitten, zwei der Fonds hatte AGI danach sogar liquidiert. Die Lehren hieraus: Vertrauen sie keinen „sicheren“ Strategien, verlassen Sie sich nur auf sich selber und informieren Sie sich. Da es Ihnen als Leser dieser Postille strengstens untersagt ist, Börse vor acht zu konsumieren, in der auch neben dem DAX europäische Aktien gepriesen werden, wird der Euro Stoxx 50 besprochen, ansonsten der Zins, aber nicht der vom Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung vom 8. 7. 2021, in der festgestellt wurde, dass die finanzamtlichen 6 % zu hoch sind, aber der Gesetzgeber nun die Zinsen ab 2019 neu festsetzen muss, und die Kryptos, um zu verhindern, dass Sie rasiert werden und sich ihre finanziellen Träume in die Zukunft oder in die Ewigkeit verschieben. Zum Euro Stoxx 50: Er wird sowohl ein Kursindex (ISIN EU0009658145) als auch ein Performanceindex (ISIN EU0009658152) berechnet. Konvention ist, dass ohne Namenszusatz unter Euro Stoxx 50 der Kursindex verstanden wird, in dem die Dividenden unberücksichtigt bleiben. Dies ist anders als beim deutschen Aktienindex DAX, bei dem üblicherweise vom Performanceindex die Rede ist. Das Thema Euro Stoxx ist schnell durch, wenn wir uns seine Performance als Kursindex  ansehen, so wie die von der Allianz-Tochter Geschädigten. Kursindex, um eine Vergleich zu den US-Tech-Aktien beim Nasdaq Composit zu ermöglichen. Im 5-Jahresvergleich legen die europäischen Aktien um 39 % zu, die amerikanischen um satte 188 %. Mitte 2015 lag der europ. Index bei 3.820 Punkten, heute bei 4.190. Thema durch. Aber woran liegt das? In Europa sind die alten Technologien zu Hause, die Firmen werden vom Staat mit Vorschriften malträtiert und kommen nicht vom Fleck. Kaum wird die Künstliche Intelligenz hier ein Thema, das dank der Fachkräfte grundsätzlich auf fruchtbaren Boden fällt und in der Automation dem Maschinenbau hohe Produktivitätsfortschritte sichern sollte, wird er vom Datenschutz schon eingehegt. Beenden wir auch dieses Thema, sonst kommen wir noch zur Bundestagswahl, die zeigt, wo Deutschland und Europa stehen: In der zweiten Reihe, wenn überhaupt; so wie die Kandidaten. Zu China, bevor wir zu den Kryptos kommen: Wir haben hier wenn überhaupt stets den MSCI World und nicht den MSCI all Countries bespochen. Der Grund wird immer klarer: Xi ist den europäischen Werten von Marx und Engels verpflichtet und hiermit der Bekämpfung der Armut, was dem Riesenreich in Riesenschritten mit Riesenopfern gelingt. Xi saß wie sein Vater im Knast und war Opfer der Richtungskämpfe: Aust hat es treffend beschrieben: Jeder misstraut jedem. Der Staat will die Datenhoheit in seinem Überwachungsstaat behalten: Neben den Managern der Großunternehmen sitzt als Controller des Staates ein KP-Funktionär. Nachdem Peking wieder einmal in den Markt eingreift, rutschen die Kurse dramatisch. Indizes auf chinesische Techaktien liegen fast 40 Prozent im Minus seit ihrem Hoch. Die chin. Aktien sind unberechenbar bzw. noch unberechenbarer als die amerikanischnen. Die Banken haben ihre Bücher voller fauler Kredite, die Staatsbetriebe sind unproduktiv und die kapitalistischen Betriebe sind Mittel zum Zweck der Wohlstandsförderung. Die chin. politische Führung ist nicht korrupt aber besessen von dem Gedanken, China zur Weltmacht zu führen, so dass der Konflikt mit den USA auch mal bald militärisch geführt werden könnte. Auch der DAX hat hier seine Hand im Fleischwolf: Die hohen Löhne in Wolfsburg kommen von unterbezahlten Arbeitern in China, VW verkaut 40 % seiner PKW dort. Zu den Kryptos, was offensichtlich den Lesern gefällt. Jeden Tag wird eine neue Kryptowährung kreiert, einige davon dienen nur dazu, ahnungslose Anleger abzuzocken. Nochmals: Es kann doch nicht sein, dass einer mit etwas Programmierkenntnissen Millionen Anleger in den Ruin führt, die Kryptos haben keinen Cash Flow, höchstens aus den laufenden Stromkosten einen negativen, hier gibt es im Sinne einer Unternehmensbewertung über ein KGV nur ein Nullergebnis, denn der originäre interne Gewinn aus den Kryptos ist Null, es geht nur darum, den schwarzen Peter weiterzugeben, mit Gewinn versteht sich. So die Theorie. Als Altersvorsorgeprodukt werden die Kryptos nicht empfohlen. Der New Yorker Blockchain-Analyst Chainanalysis schätzt den 2019 durch Betrug entstandenen Schaden auf 7,6 Milliarden Euro. Dieses Jahr sind es bisher rund 2,2 Milliarden Euro. Hinzu kommen 3 Milliarden Euro, die Ermittler in Südafrika zuletzt bei einem riesigen Schneeballsystem mit Bitcoin als Schaden ausmachten. Während die Schadenssumme ohne diesen großen Einzelfall sinkt, steigt die Zahl der Opfer. 2020 waren es 7,3 Millionen Besitzer von Kryptowährungen, fast 50 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Was sind denn so die gängigen Betrugsmaschen, wobei diese ja auch bei Aktien in engen Märkten anzutreffen sind? Steigt beim „Rug-Pull“ der Kurs, hat unser Mathegenie seine Münzen zum hohen Kurs auf einmal verkauft, worauf der Kurs drastisch, meist bis auf null, sinkt. Gleichzeitig löscht er die Telegram-Gruppe und verschwindet von der digitalen Bildfläche. Zurück bleiben alle anderen Investoren mit wertlosen Münzen. Ihnen wurde sozusagen der Teppisch unter den Füßen wegegezogen. Eine „weichere“ Version des „Rug Pull“ ist ist der „Soft Rug“, hierbei werden, wenn Gründer einer Kryptowährungen nicht direkt alle Liquidität aus ihrer Währung herausziehen, sondern langsamer – und damit auch schwerer zu erkennen – die Kurse manipuliert. Das kann auf verschiedene Arten geschehen.  Der Gründer der Kryptowährung „Mooncharge“ machte das etwa, in dem er mehrmals eine „Version 2“ der Kryptowährung ankündigte. „Das wird geil“, schrieb er in den Telegram-Chat. Doch die „Version 2“ kam nie, stattdessen fiel der Kurs von Mooncharge immer weiter. Käufer der Münze verloren immer mehr das Vertrauen, Anfang Juli war die Währung wertlos, die Telegram-Gruppe noch existent, aber still. Der Gründer von Mooncharge hatte bis dahin mutmaßlich seine eigenen Münzen schon verkauft. Als „Honeypot“ werden Kryptowährungen bezeichnet, bei denen Sie zwar Münzen kaufen können, hinterher dann aber feststellen müssen, dass es keine Möglichkeit zum Verkauf gibt. Das führt dazu, dass der Wert dieser Münzen nicht sinken kann, Sie aber auch keine Möglichkeit haben, von steigenden Werten zu profitieren. Sie kleben also an ihrer Münze fest und den Honig genießt unser Mathegenie. Wie kann ich mich vor solchen Betrugsmaschen schützen? Als erstes sollten Sie sich klar machen, dass Kryptowährungen per Definition ein unreguliertes Anlagefeld sind. Es gehört hier zum Konzept, dass keine Zentralbanken oder Behörden Sie vor Betrug schützen. Das hat zwar auch für den ehrlichen Anwender diverse Vorteile, weswegen Kryptowährungen sich auch gewisser Beliebtheit erfreuen, doch es öffnet eben auch kriminellen Elementen Tür und Tor. Die Coins sind auch nicht diebstahlsicher, trotz der gepriesenen Blockchaintechnologie. So haben Hacker bei einem Angriff in den USA  Kryptowährungen im Wert von bis zu 600 Millionen Dollar (510 Millionen Euro) gestohlen. Zur Inflation und zum Zins, wir wollen ja sicher sein, dass wir weiter schöne Gewinne mit Hilfe des Lieferservices des Zentralbanken einfahren können. Unsere 3,8 %, der höchste Stand seit 1993, Inflation werden zum Jahresende wohl 5 % werden. Da der Mehrwertsteuereffekt dann weg ist, so die Hoffnung der Bundesbank, wird die Inflation sich auf die Zielgröße von 2 % einpegeln, so die Hoffnung der Zentralbankerin Schnabel. So drängt der Top-Ökonom Wieland die EZB zur Zinsehöhung. Preissteigerungen sind überall zu beobachten und eine Lohn-Preis-Spirale droht. Auf der anderen Seite vertragen die Staaten höhere Zinsen nicht. Was tun? Leider wird ja an der Börse nicht geklingelt, weder zu Einstieg, noch zum Ausstieg. Der Ausstieg aus den Kaufprogrammen der Zentralbanken ist nicht zu übersehen: Wohl richtig als Normstrategie: Nicht mehr groß kaufen, noch nicht verkaufen, also halten, insbesondere wenn auch Sie auf einem hohen Gewinnpolster ruhen. Immer das Handy dabei haben: Mit einem Klick können Sie, wenn es brennt, glattstellen und mit Transaktionskosten von 1 Euro wieder einsteigen.

 

Wie immer an dieser Stelle am Schluss ein paar Börsen- und Lebensweisheiten:

 

„I don’t like Mondays“. Am Montagmorgen, dem 29. Januar 1979, eröffnete ein Schütze das Feuer auf eine Grundschule in San Diego. Der Schütze soll als Grund dafür angegeben haben, dass er Montage nicht mag. Der Sänger Bob Geldof schrieb als Antwort auf die Tat den Song „I Don’t Like Mondays“. Ab dem Jahr 1997 beobachteten Ökonomen, dass Börsen oft freitags steigen und montags fallen. Nachrichten, die am Wochenende angekündigt werden, können von den Investoren erst am Montag verarbeitet werden. Auch ereigneten sich mehrere Börsencrashs an Montagen. Denken Sie an den Schwarzen Montag von 1987 und 1929. Zuletzt fielen im Jahr 2015 die Märkte an einem Montag drastisch, nachdem die Sorgen um die chinesische Wirtschaft zugenommen hatten. Aufgrund einer Häufung der oben genannten Ereignisse, denken viele Investoren, dass Montage oft eher durchwachsene oder schlechte Börsentage sind.

 

„If you can’t stand the heat, stay out of the kitchen.“

„Wenn du die Hitze nicht aushältst, bleib von der Küche fern.“ Dieser Ausspruch kam 1942 während des Zweiten Weltkriegs auf. Eine ähnliche Aussage machte der kommende amerikanische Präsident Harry S. Truman in einem Interview mit einer Lokalzeitung aus dem amerikanischen Bundesstaat Idaho. Als sich ein Soldat abfällig über die Geschwindigkeit des Vorrückens äußerte, antwortete er: „If you don’t like the heat, get out of the kitchen“. Truman nutzte dieses Zitat zwischen 1945 – 1953 als Präsident der USA mehrmals. Mit dem Spruch meinte er natürlich, dass man sich nicht in eine Lage bringen sollte, in der man dem Druck nicht gewachsen ist. Diese Aussage wird in der Börsenwelt verwendet, um aufzuzeigen, dass Sie nicht investieren sollten, wenn Sie die unweigerlichen Kursschwankungen nicht ertragen können.

 

„Stocks take the stairs up and the elevator down“.

Dieses bekannte Sprichwort verweist darauf, dass die Aktienmärkte oft nur langsam steigen, aber wenn es an der Zeit ist, dafür umso schneller sinken, vgl. den Beginn der Coronakrise. Denn Anleger verfallen oft in Panik, sobald ihre Aktien zu fallen beginnen. Darüber hinaus investieren viele Anleger auf Margin d.h. auf Kredit. Infolgedessen sind sie bei fallenden Kursen früher oder später gezwungen, ihre Positionen zu reduzieren. Dies führt dann zu einem Dominoeffekt, denn durch diese Verkäufe fallen die Aktien noch weiter. Wir konnten dieses Phänomen vor nicht allzu langer Zeit an den Börsen beobachten. Der S&P 500 stieg von Mitte 2017 bis Ende 2018 von rund 2.400 Punkten auf über 2.900 Punkte. Dieser Anstieg dauerte somit mehr als ein Jahr. Der Rückgang von knapp 2.900 auf rund 2.400 Punkte dauerte dann allerdings nur von Anfang Oktober bis Ende Dezember 2018, also nur knapp 3 Monate. Ein noch extremeres Beispiel ist der Crash von 2008, bei dem die Aktien innerhalb von 1,5 Jahren ihren Anstieg von 5 Jahren zunichtemachten.

 

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