Börse | Geld | Vermögen – Dezember 2021

Kaufen, halten, verkaufen? Wer weiß das schon (Warren Buffett)? Immer im Markt bleiben (Charlie Munger)! Was bringt uns der Advent an Aspekten, außer dass bald Weihnachten ist, mit Blick auf unsere drei Dauerthemen? Sorge über einen militärischen GAU in der Ukraine, Corona, Inflation und CO2, Zinsen, Nasdaq, Kryptos, Crash nach Heiligabend, Lynchs Börsenweisheiten und versöhnlich: FEUER! der Baum brennt. Der russ. Truppenaufmarsch vor der Ukraine muss auch uns Zocker nervös machen. Im Januar, wenn der Boden gut gefroren ist, sind die Bedingungen für eine Invasion günstig: die Panzer können die Straßen verlassen. Dort kommt einiges zusammen: Russland will seine milit. Stärke demonstrieren und seinen Landsleuten in Baltikum zeigen, dass es sie nicht alleine lässt. Die NATO hat der Ukraine Beistand zugesagt, was Putin dazu nötigt darauf hinzuweisen, dass in der Ukraine stationierte Mittelstreckenraketen in 5 Minuten in Moskau sind, so dass sein Sicherheitsbedürfnis tangiert ist. Die Lage schaukelt sich hoch. Involviert ist auch Belarus und damit über die Flüchtlinge Polen; die Reisediplomatie vom letzten Wochenende beweist den Ernst der Lage. Auch will Putin Annalena wohl mal zeigen wo der Energie-Hammer hängt und Druck auf die Inbetriebnahme von North-Stream 2 machen und damit der Ukraine Durchleitungsgebühren wegnehmen. Bewertung: Gar nicht gut für Aktien, insbesondere europäische Aktien. Corona ist nicht nur schlecht für die Gesundheit und auch nicht gut für Aktien. Die Lieferketten sind quer durch die Wirtschaft gestört, so hat auch der Edellampenhändler Candela am Augustaplatz in Baden-Baden kaum noch schöne Lampen; also nicht nur VW ist von den beinträchtigten Lieferketten betroffen, wobei dort die Chipkrise wie bei allen europäischen Autoproduzenten hausgemacht ist: man hatte die Autonachfrage geringer eingeschätzt und weniger bestellt. Die deutsche Politik bietet ein Trauerspiel in der Pandemiebewältigung: Wähler versterben vorzeitig und man wartet geduldig auf ein höchstrichterliches Urteil, bastelt in aller Ruhe am Programm, verteilt Posten, wobei FDP-Urgestein Baum längst erkannt hat, dass alle Freiheiten mit dem Tod durch Corona für den betroffenen für immer enden. Generalmajor Breuer soll es richten; sollte der NATO-Fall für in Sachen Ukraine ausgerufen werden kann er auch hier mitwirken. Klar, Lampen und Chips sind teurer geworden, da über die Preise die Knappheiten angezeigt werden. Ein sich ankündigender partieller Lockdown wird die Aktien nach Süden schicken. Die angesprochene Inflation entzieht sich der Geldpolitik, da sie andere Ursachen hat. Insoweit ist die Ruhe von Lagarde und Powell eher ein Ausdruck der Hilflosigkeit: Gleichwohl sind die Weichen für eine Geldverdickung gestellt, der aktuelle Zeitpunkt ist nur ungünstig. Also: Steigende Zinsen sind zu erwarten und die drücken auf die Kurse. Die Klimakonferenz und die deutsche Grünpolitik wird die Preise ebenfalls nach Norden schicken und Inflation weiter befeuern. Auch ist höchst unklar, wie die ehrenwerte Elektrifizierung der Wirtschaft über erneuerbare Energien gelingen kann. Allein die chemische Industrie hat bei Elektrifizierung einen jährlichen Energiebedarf von rd. 700 Terrawatt, soviel wie die gesamt Republik aktuell insgesamt verbraucht. Die behaupteten Gestehungskosten für erneuerbare Energien sollen nur ein Viertel derjenigen von fossilen und atomaren betragen, nur: Kohle- und Atomkraftwerke werden vom Netz genommen und die Anlagen und Netze für erneuerbare Energien fehlen im Wesentlichen noch. Für Generalmajor Breuer stapeln sich somit die Aufgaben. Also per Saldo schlecht für deutsche Aktien. Die Aktienpost geht bekanntlich in den USA ab, insbesondere bei den Hochtechnologiewerten. Hier sind aber Auswüchse nicht zu übersehen: Die Rede ist von Tesla, jener Autofirma, die trotz Mini-Gewinn bei den internationalen Investoren eine XXL- Börsenkapitalisierung erzielt. Eine vergleichbare Entkopplung zwischen Fundamentaldaten und Börsenbewertung hat es in der 135-jährigen Automobilgeschichte noch nie gegeben. Für den Börsenwert von Tesla kann man Toyota, Volkswagen, Daimler, General Motors und Ford zweimal kaufen. Die genannten Firmen erwirtschaften 2020 einen Vorsteuergewinn von 40 Milliarden Euro. Tesla schaffte vor Steuern 1,9 Milliarden Dollar, wobei 1,6 Milliarden Dollar, rund 84 Prozent, nicht durch den Autoverkauf, sondern durch den Handel mit CO2-Zertifikaten zustande kamen. Aber der noch größere Wahnsinn spielt sich jenseits der Aktie ab, wie die Financial Times enthüllte. Denn neben dem traditionellen Wertpapierhandel mit der Firma von Elon Musk gibt es noch ein blühendes Spekulationsgeschäft, bei dem Optionsscheine und andere hochspekulative Tesla-Produkte im globalen Kasino zirkulieren. So liegt der nominale Handelswert von Tesla-Optionen laut Goldman Sachs in den letzten Wochen bei durchschnittlich 241 Milliarden Dollar pro Tag. Zum Vergleich: Amazon, der zweitaktivste Markt für Einzelaktienoptionen, erzielte im gleichen Zeitraum einen täglichen Wert von 138 Milliarden Dollar, der Rest des S&P 500-Index zusammen einen Wert von 112 Milliarden. Das bedeutet: Der Wert aller gehandelten Tesla-Optionen übersteigt den Wert des Optionshandels aller S&P 500-Firmen um 115 Prozent. Es gibt noch weitere Auswüchse bei diesem High-Flyer. Geht das gut? Langfristig wohl kaum wie bei den Tulpenzwiebeln. Tesla ist in jedem besseren Depot und jedem Fonds zu finden: Es dürfte irgendwann zu einer Implosion kommen, Sprengladungen hierzu sind oben genannt. Also für Aktien Daumen nach unten. Zu unseren Kryptos: Lange haben sich Finanzhäuser gegen die neuartigen Digitaldevisen gewehrt und die mit ihnen verbundenen Risiken betont. Wie der ehemalige CEO der Citigroup jedoch verlautet, werden sich Banken dem Krypto-Trend nicht länger verschließen können. Dass Finanzinstitutionen wie Banken oder Vermögensfirmen von der Idee der Kryptowährungen erst einmal nicht begeistert waren, dürfte wenig überraschen. Schließlich ist es das erklärte Ziel der Digitalwährungen einen grenzenlosen, unmittelbaren, sicheren und günstigen Zahlungstransfer zu ermöglichen, bei dem eine vertrauenswürdige Finanzinstitution durch die fälschungssichere und transparente Blockchain abgelöst wird. Banken als Mittelsperson würden dementsprechend de facto überflüssig. Dementsprechend ist es wenig verwunderlich, dass die erste Reaktion von Bankvertretern auf das Aufkommen von Bitcoin & Co. erst einmal ablehnend war. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist ja JPMorgan-Chef Jamie Dimon, der in den vergangenen Jahren nicht müde wurde zu betonen, dass der Bitcoin ein „schreckliches“ Investment sei und es sich bei Kryptowährungen um keine echte Währungen handele, da sie über keinen intrinsischen Wert verfügten. Wie hier in dieser Postille bereits ausgeführt, ist der innere Wert der Kryptos negativ, anders als bei funktionierende Unternehmen wird nicht produziert, nichts erwirtschaftet und Stromkosten fallen trotzdem an. Irgendwann dürfte diese Blase platzen und Aktien mitreißen oder fallende Aktien reißen die Kryptos mit in den Abgrund. Nach Heiligabend könnte die Stimmung an den Börsen gut kippen: Eine lähmende Stagflation – also eine längere Phase von hoher Inflation (vorhanden) bei gleichzeitig schwachem Wachstum (Ukraine, Corona, gestörte Lieferketten, Lockdowns) – könnte das wahrscheinlichste Konjunkturszenario nach Silvester sein mit erheblichen Kursverlusten im Frühjahr, hierauf weist auch der sinkende Ifo-Geschäftsklima-Index hin. Peter Lynch weist auf 4 Fehler bei Aktien hin. Peter Lynch war einer der erfolgreichsten Fondsmanager überhaupt. Von 1977 bis 1990 erzielte er eine Durchschnittsrendite von 29,2 %, während der S&P-500-Index im gleichen Zeitraum annualisiert nur etwa 10 % zulegte. Anders als für viele Anleger war Investieren sein Beruf. Er arbeitete meist von Montag bis Samstag viele Stunden, woran sich ablesen lässt, dass gute Performance über einen langen Zeitraum nur durch sehr viel Wissen und Research möglich ist, analog bei Warren Buffet. Der erste Irrtum ist, so Lynch, die Auffassung eine Aktie könne nicht weiter fallen; sie kann. Der zweite, sie könne nicht weiter steigen; sie kann. Der dritte, nach Kurserholungen verkaufen: richtig wäre stattdessen zu kaufen. Der vierte, auf konservative Aktien zu setzen, da hier die Innovationskraft fehle. Quintessenz: Wie hier wiederholt vorgetragen: Es gibt keinen optimalen Investitionszeitpunkt, es gibt zu viele Marktteilnehmer, setzen sie auf den Gesamtmarkt mit ETF. Nun die versöhnliche Weihnachtsgeschichte: FEUER! der Baum brennt: Die FIRE-Bewegung der hier schon diskutierten Frugalisten ist gemeint. Die Bezeichnung FIRE setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von „Financial Independence, Retire Early“ (zu Deutsch: Finanzielle Unabhängigkeit, frühe Pension) zusammen und steht für die Idee, dass ein gutes Einstiegsgehalt und ein sparsamer Lebensstil die frühe Rente möglich machen. Die Jünger der FIRE-Bewegung wollen früh in Rente, so mit 30 oder 40 Jahren. Mit dem neuen Mindestlohn von 12 € pro Stunde ist das illusorisch. Fest steht, warum dieser Trend besonders in der Techbranche der USA verbreitet ist. Denn generell lässt sich über die frühen Berufsaussteiger sagen: Sie alle verfügen über ein überdurchschnittliches Einkommen und haben – anders als viele andere Menschen in Amerika – meist keine Unsummen an Studienschulden angehäuft, die sie abbezahlen müssen. Mit Mindestlöhnen und unterbezahlten 24/7-Jobs ist ein früher Renteneintritt nur sehr schwer möglich. Wie folgende Rechenkunststückchen zeigen ist das alles nicht einfach umzusetzen: Wer mit 40 in Rente gehen möchte und sich danach rund 50 Jahre lang von rund 80.000 € pro Jahr ernähren will, muss 2 Millionen € ansparen und benötigt eine Verzinsung von 4 %. Oder: Wer bis zum 30. Lebensjahr rund 100.000 € gespart hat und mit 40 in Rente gehen möchte, um dann von 60.000 € im Jahr zu leben, muss monatlich 11.819 € bei einer Rendite von 6 Prozent investieren. Das dürfte nur ganz ganz wenigen gelingen. Was tun? Sicherlich nicht hektisch aussteigen, wohl am besten mit Munger im Markt bleiben. Unsere CO2-Probleme sind nicht mit dem Lastenrad zu lösen, sondern nur über neue Technologien, die sich in den USA am besten entwickeln und dort einen Marktplatz haben, den Nasdaq; im Nasdaq 100 sind die Technologieriesen, die aber mehr als stramm bewertet sind. Es wird nicht einfacher im neuen Jahr. Der Markteinbruch am letzten Freitag war ein Warnschuss. Setzen Sie sich Stoppkurse bei den Inzidenzwerten. Ihr Leben ist das Letze was Sie verlieren dürfen. Vom Tod erholt sich niemand trotz gegenteiliger Behauptungen.

Wie immer an dieser Stelle am Schluss ein paar Börsen- und Lebensweisheiten, diesmal alle von Albert Einstein:

  • „Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“ Ein Hinweis auf Kursphantasieen und darauf, dass alles Wissen bereits in den Kursen enthalten ist.
  • „Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.“
  • „Manche Männer bemühen sich lebenslang, das Wesen einer Frau zu verstehen. Andere befassen sich mit weniger schwierigen Dingen z. B. der Relativitätstheorie.“

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