Börsentipps Januar 2014

Die
große Koalition steht nun, mit vielen SPD-Ministern, Gabriel hat aus der
verlorenen Wahl einen persönlichen Sieg gemacht. Merkels Messlatte,
dass es uns in vier Jahren besser gehen soll als heute, erscheint
eingedenk der Wahlgeschenke Rente ab 63, Mindestlohn, etc., fraglich, es
gibt kaum einen Sachverständigen, der die Belastungen der Wirtschaft
nicht zu bedenken gibt. Dem EG-Vorwurf, dass die deutsche
Binnennachfrage gestärkt werden solle, kann man mit den Wahlgeschenken
begegnen, gleichwohl steigen die für die Folgejahre erwarteten
Wachstumsraten für das Sozialprodukt. Auch die Unternehmensgewinne,
zumindest der großen DAX-Unternehmen dürften im Folgejahr noch zunehmen,
so dass aktuell für die Kurse im nächsten Jahr noch Luft nach oben
gesehen wird, einige Banken halten mittlerweile einen DAX von gut 10.000
für möglich auf Ende 2014. Klar: Bei uns steigen die Zinsen schon, die
Kursverluste bei den Festverzinslichen sind bereits in den Büchern, aber
auch: Draghi hat seine „Dicke Berta“ angekündigt, aber noch nicht
wahrgemacht, er will über Bondkäufe deren Zinsen senken und damit das
allgemeine Zinsniveau weiter unten lassen, um die europäische Konjunktur
nicht zu gefährden. Die europäische Konjunktur hinkt hinter der
US-amerikanischen hinterher, dort wird der Fuß bereits vom
geldpolitischen Gaspedal genommen. Dass dieses in den USA zu
Kursverlusten führt, ist daher keine ausgemachte Sache, gleichwohl
dürfte aber gelten „Zinsen hoch, Kurse unten“, auch läuft der
Hausse-Zyklus schon lange. Für den deutschen Investor stellt sich die
Frage, ob sich der europäische Markt von dem US-Markt abkoppeln kann und
hier sind Zweifel angebracht, denn von dem deutschen Markt haben sich
die Inländer im Wesentlichen verabschiedet, er wird von den
internationalen Anlegern gemacht. Nicht zu überlesen ist jedoch, dass
sich US-Investoren dem europäischen Markt zuwenden, denn hier ist mit
einem KGV von rd. 13 die Welt noch in Ordnung, insbesondere wenn man im
mittleren Laufzeitbereich für Bundesanleihen ein KGV von rd. 50
ausmacht. Schwer ist es, zukunftsträchtige Titel zu nennen, eine Allianz
dürfte aber noch Luft nach oben haben, KGV gut 9 und DivRendite
reichlich 4 %. Bei Festverzinslichen muss man beachten: Haben
Sicherheitsfanatiker auf deutsche Staatsanleihen gesetzt und wurden
damit in der Vergangenheit niedrige Renditen und Kursgewinne erzielt, so
sitzen diese Kollegen in der Zwickmühle: Sie haben zwei Jahre auf
leicht zu machende anständige Renditen mit Unternehmensanleihen und
Aktien verzichtet und müssen nunmehr Kursverluste bei den Bundesanleihen
einfahren vor dem Hintergrund des auch den irgendwann kippenden DAX, in
den sie nun gehen müssen. Versicherungen und andere Kapitalsammelbecken
müssen in dieser Notlage das Risiko erhöhen über Erhöhung der
Aktienquote und der Beimischung von hochverzinslichen
Unternehmensanleihen, die aber eben auch von Kursverlusten bedroht sind.
Ob es eine Weihnachtsrally gibt ist offen, die Anleger sind von der
Angst vor einem Vermögensverlust auf der einen Seite und von der Gier
nach mehr auf der anderen Seite hin- und hergerissen. Der mäßige
Zinsentscheid in den USA hat sofort zu einem kleinen Weihnachtsgeschenk
geführt. Dass die Höhe des Zinses insbesondere Ausdruck des Risikos ist
zeigt der Fall RENA. Gleichwohl die Kursverluste sind auch Ausdruck des
sehr engen Marktes. Wünsch wir RENA und den Anlegern dass das Budget für
die Folgejahre umgesetzt werden kann oder zumindest die grün-rote
Landesregierung mit Bürgschaften einspringt. Eines gilt aber sicher:
Weihnachten bleibt spannend.

Wie
stets an dieser Stelle ein paar kritische aber auch humoristische
Lebens- und Börsenweisheiten, diesmal von dem Altmeister Kostolany
selbst:

  • An der Börse sagt uns oft das Gefühl, was mir machen, und der Verstand, was wir vermeiden sollen.
  • Bei
    jeder guten bürgerlichen französischen Familie hat man den dümmsten
    Sohn zur Börse geschickt. Bestimmt hat das seine Gründe.
  • Wenn die Börsenspekulation leicht wäre, gäbe es keine Bergarbeiter, Holzfäller und andere Schwerarbeiter. Jeder wäre Spekulant.

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