Börsentipps Juni 2020

Kaufen, halten, verkaufen? Halten. Es ist ja nicht nur Warren Buffet, der auf einem Geldsack von knapp 150 Mrd. $ sitzt, mit Verlusten verkauft hat und nun auf einen erheblichen Rücksetzer wartet. Das extrem defensive Anlageverhalten Buffetts kann kluges Abwarten sein – es kann aber auch das Verpassen einer großen Chance bedeuten. Jedenfalls erwartet Buffett eine schwere Rezession mit unabsehbaren Verwerfungen. Manche Analysten stimmen ihm zu: Die aktuelle Erholung an den Aktienmärkten sei ein verfrühter Comebackversuch, eine klassische Bullenfalle. Buffett wisse mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung, dass man viele Aktien in den kommenden Monaten noch günstiger bekommen werde als derzeit. Womöglich befürchtet er auch eine zweite Infektionswelle der Pandemie im Herbst und damit also einen Doppelcrash. Kurzum: Buffett ist jetzt der Ober-Bär der Weltbörsen. Mit seiner Auffassung ist Buffet nicht alleine. Die Bank of America befragt regelmäßig die weltweite Fondsmanager-Elite nach ihren Aussichten für Markt und Wirtschaft. An der jüngsten „Fund Manager Survey“ nahmen insgesamt 231 Fondsmanager teil, die zusammen 651 Milliarden Dollar an Anlagegeldern verwalten. Das Ergebnis der Umfrage ist eindeutig: Die allermeisten Fondsmanager rechnen mit der nächsten Abwärtswelle an den Börsen. So betrachten nur 25 Prozent der befragten Fondsmanager die jüngste Erholung als Beginn eines neuen Bullenmarktes. 68 Prozent hingegen halten die Erholung nur für eine Bärenmarkt-Rally. Auch mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung überwiegt bei den Fondsmanagern des Pessimismus. Nur 10 Prozent der Fondsmanager erwarten eine V-förmige (also schnelle) Erholung. 75 Prozent rechnen hingegen mit einer U-förmigen oder einer W-förmigen Erholung. Diese Experten sehen also eine vergleichsweise lange Zeit, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird. Das größte Risiko für die Märkte sehen die meisten Fondsmanager dabei in einer erneuten Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie. Ganze 52 Prozent der Befragten Fondsmanager bezeichnen eine mögliche „zweite Welle“ der Pandemie als größtes Risiko. Die beiden nächstgrößeren Risiken nach Einschätzung der Fondsmanager sind eine dauerhaft erhöhte Arbeitslosigkeit und ein Auseinanderbrechen der Europäischen Union. Einen Zusammenbruch auf dem Kreditmarkt, den noch im April rund 30 Prozent der Fondsmanager als größtes Risiko bezeichnet hatten, sehen inzwischen nur noch weniger als 10 Prozent als größtes Risiko an. Hier haben die umfangreichen Maßnahmen insbesondere der US-Notenbank offenbar den Markt besänftigt. Wie kann es sein, dass die Kurse trotzdem steigen, der Monat Mai war ja ein guter Börsenmonat? Wer Pfingsten mit Maske durch die Innenstädte gezogen ist, muss die vielen Geschäftsaufgaben und Preissenkungen verarbeiten. Für manches Unternehmen entwickelte sich der Lockdown zum Knockdown und dieser weiter zum Knockout. Trotz der schier unübersehbaren Menge an gut gemeinten Hilfen, die viele nicht erreichen oder schon zu spät kommen. Die ganzen Hilfen kommen ja nicht vom staatlich Ersparten, sondern im Ergebnis aus der Druckerei. Die Notenbanken dürfen in Europa ja nicht die direkt die neuen Staatsanleihen kaufen, das ist verboten, erlaubt ist, dass die Notenbanken die Staatspapiere von den Geschäftsbanken kaufen. Hier bedarf es einigen Nachdenkens, um diesen Unfug zu verstehen. Für Voßkuhle war es „schlechterdings nicht nachvollziehbar“. Draghi war ja als ihm das „whatever it takes“ herausrutschte in einer permanenten Zwickmühle: Die Staaten widersetzen sich Reformen, damit die Regierungen am Ruder bleiben und die EZB macht über die ihr zugestandene Währungspolitik natürlich Wirtschaftspolitik. Voßkuhle hat aber mit seinem Hinweis auf Maß und Mitte erkannt, dass hiermit auch Umverteilungen stattfinden, die die Mitte der Bevölkerung trifft: Sparguthaben, Lebensversicherungen, also alles Geldvermögen wird entwertet und Sachgüter wie Aktien und Immobilien werden begünstigt, was ja verteilungspolitisch nicht gewollt ist: Die Reichen werden ohne Arbeit durch die Geldpolitik immer reicher und die arbeitende Bevölkerung kommt durch die Inflation auf keinen grünen Zweig mehr. Nach oben gesagtem wird das auch so bleiben, bleiben müssen, sonst sind die meisten Staaten schlicht pleite, was ja auch nicht gewollt ist. Also bleiben wir in Sachgütern und warten mal ab. Für eine Korrektur spricht vieles, aber es wird ja mit der Druckmaschine gegengehalten. Lenny Fischer nannte das Trauerspiel aus der Sicht des Sparers „Financial Repression“. Durch die niedrigen Zinsen wird der Sparer enteignet und der Gewinner Staat kann so und mit Inflation sich die Schulden bedienen. Durch die Repression wird der Sparer gezwungen in Sachwerte zu gehen, was er im Grunde gar nicht will. Corona könnte das Fass zum Überlaufen bringen: Ein nochmaliger Lockdown wäre zu viel des Guten. Ob sich alle weiterhin an die Hygienemaßnahme halten ist nach Durchsicht der Tageszeitungen zweifelhaft. Wo solle man investieren, man ist der hier betrachtete Durchschnittsinvestor? Mit dem MSCI World hat man die ganze Welt im Depot. Der MSCI World Index bildet die rund 1.650 größten Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Insgesamt deckt er jeweils 85 % der Marktkapitalisierung des jeweiligen Landes ab. Er ist damit einer der größten und am breitesten aufgestellten Indizes überhaupt. Der MSCI World erlaubt es Anlegern daher wie kaum ein anderer Index, in die wirtschaftliche Entwicklung der Industrieländer als Ganzes zu investieren. Mit über 60 % Anteil machen US-Unternehmen den größten Teil der enthaltenen Werte aus. Ferner enthält der MSCI World lediglich Large Caps und Mid Caps. Manche Anleger sehen hierin Nachteile. Jedoch sind sowohl der starke Fokus auf amerikanische Unternehmen wie auch die Konzentration auf Large und Mid Caps lediglich der Tatsache geschuldet, dass der MSCI World die in ihm enthaltenen Positionen nach Marktkapitalisierung auswählt. Dies garantiert, dass langfristig gesehen stets die erfolgreichsten Unternehmen aufgenommen werden. Der reine Fokus auf Marktkapitalisierung sowie die quartalsweise Neugewichtung sorgen zudem dafür, dass der MSCI World stets mit den neuesten Entwicklungen mithält. Leistungsstarke Unternehmen in Zukunftsbranchen gewinnen mit der Zeit innerhalb des Index garantiert an Bedeutung, während schwache Aktien herausfallen. Dank des transparenten Konzeptes des Index können Anleger die jeweilige Zusammensetzung leicht nachvollziehen und in ihren Anlagestrategien mitberücksichtigen. Der MSCI World eignet sich hervorragend als Basis eines jeden Portfolios, um die herum weitere Anlagen getätigt werden können. Die US-Übergewichtung ist wohl richtig. Hier sind ja nicht die gesamten USA gemeint, sondern Kalifornien und hier insbesondere das Silicon Valley mit der Handvoll Tech-Riesen, die jeder kennt. Auch Buffet kauft nach seinen Verkäufen in den traditionellen Industrien nun bei Apple nach. Amazon ist mittlerweile mit dem 90-fachen Gewinn bewertet, aber auch ein Krisengewinner, wie die anderen Großen auch. Auch zu beachten ist, dass jeder Fonds die Techperlen in seinem Portfolio haben will. Möchten Sie ihr Depot etwas schärfer einstellen, sollten Sie sich mal ETF zu den Themen Informationstechnologie, Healthcare oder auf den NASDAQ ansehen. Wenn Sie sich die großen Einzeltitel dieser Fonds ansehen, werden Sie diese kennen, denn sie sind im MSCI World enthalten. Was tun? Es spricht einiges für einen Rücksetzer, daher jetzt nicht zukaufen, sondern abwarten. Die Börse hat möglicherweise doch etwas mit der Realität zu tun und die ist nicht rosig.

Wie immer an dieser Stelle ein paar Bonmots zum Aktienmarkt:

  • „Sell in May and Go Away, But remember to come back in September.“ Der Spruch bezieht sich auf die Tatsache, dass viele Aristokraten, Kaufleute und Bankiers Anfang des letzten Jahrhunderts London in den heißen Sommermonaten verließen und im September zurückkehrten um pünktlich zum traditionellen Pferderennen Mitte September dabei zu sein. Wer will schon seinen Urlaub mit offenen Positionen belasten? Es wurde also schlicht glattgestellt.
  • „The trend is your friend (paddle with the stream).“ Aktienmärkte bewegen sich oft in Trends und sich gegen diese zu stellen, kann für Ihr Portfolio manchmal sehr schmerzhaft sein. Nach dieser Weisheit ist der Börsentrend Ihr Freund und Sie müssen lediglich mit dem Strom schwimmen. So ist Ihre Chance auf Rendite am größten. Diese Aussage hat einen wahren Kern, denn auch wenn sich jeder Trend einmal umkehrt, so bestehen die meisten Tendenzen oft länger als von den meisten Marktteilnehmern erwartet. Ist was dran, aber Buffet geht nun auch in Techwerte, bisher war er auf Valuetitel fixiert.
  • „Stocks take the stairs up and the elevator down“. Dieses bekannte Sprichwort verweist darauf, dass die Aktienmärkte oft nur langsam steigen, aber wenn es an der Zeit ist, dafür umso schneller sinken. Denn Anleger verfallen oft in Panik, sobald ihre Aktien zu fallen beginnen. Darüber hinaus investieren viele Anleger auf Margin d.h. auf Kredit. Infolgedessen sind sie bei fallenden Kursen früher oder später gezwungen, ihre Positionen zu reduzieren. Mit Hinweis auf die Corona-Krise ist was dran an dieser Weisheit.

In unserem aktuellen Sonderrundschreiben zur Corona-Krise haben wir wiederum die aktuellen fiskalpolitischen Maßnahmen im Sinne von Keynes zur Krisenbekämpfung aufgelistet, alle Sonderrundschreiben sind auf unserer Homepage einsehbar.

Auch in Deutschland ist eine riesige Insolvenzwelle zu erwarteten bei dem nicht jeder eine Chefbehandlung wie die Lufthansa erwarten kann. Prüfen Sie, ob Sie, wenn ihnen das Geld auszugehen droht, nicht das Schutzschirmverfahren nutzen wollen. Auch hier bleiben Sie weiter „Geschäftsführer“, haben aber die besseren Karten eines Insolvenzverwalters um sich belastenden Ausgaben zu entledigen. Sie können sich neu aufstellen und Ballast für immer abwerfen.

Wir wurden durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zertifiziert, um geförderte Beratung mit bis zu 4.000 Euro Förderung in Sachen Coronafolgen durchzuführen.

Das Förderprogramm mit dem Namen „Förderung unternehmerischen Know-hows“ fasst die bisherigen Programme „Förderung unternehmerischen Know-hows durch Unternehmensberatung“, „Gründercoaching Deutschland“, „Turn-Around-Beratung“ und „Runder Tisch“ zusammen. Zuständig für die Umsetzung des Programms ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Maßnahme wird aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union kofinanziert.

Das Förderprogramm richtet sich an Unternehmen, die bereits gegründet sind.

Erfahrungsgemäß sind die Fördertöpfe schnell leer, es gilt also das sog. Windhundprinzip, also nehmen Sie bei Bedarf umgehend Kontakt mit uns auf.

Haben Sie Rentabilitätsprobleme, sei es mit dem Hintergrund Schweiz oder der geringen Höhe aufgrund der Bankenhonorare oder sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher? Lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand und wir werden nicht von dem Produkteanbieter bezahlt.

Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die weiterhin instabile Konjunktur und die anhaltende Systemkrise sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir checken Ihr Geschäftsmodell und unterstützen Sie bei der strategischen Adjustierung.

Wir organisieren für Sie die Unternehmensnachfolge und nehmen im Vorfeld gerne eine indikative Unternehmensbewertung vor, damit Sie überschlägig eine Markteinschätzung ihres Unternehmens gewinnen, diese auch unter Berücksichtigung der momentanen Apokalypse.