Börsentipps Mai 2021

Kaufen, halten, verkaufen? Wer weiß das schon (Warren Buffett)? Aber eines sollten Sie machen! Schalten Sie Ihren Fernseher für die Nachrichten um 8 immer erst Punkt 8 an, damit Sie „Börse vor acht“ verpassen. Es handelt sich um eine Fernsehsendung der ARD mit Schwerpunkt auf der Berichterstattung von der Frankfurter Wertpapierbörse. Sie betreibt den elektronischen Handelsplatz Xetra. Mit Xetra gehört sie zu den größten Wertpapierbörsen der Welt. Ihr Marktanteil am Wertpapierhandel in Deutschland wird mit 90 Prozent angegeben. Das Problem ist die regelmäßige Berichterstattung über den DAX. Hier wird Ottonormalverbraucher über das gebührenfinanzierte Fernsehen suggeriert, als sei der DAX relevant für seine Vermögensbildung. So hört und sieht man an Bildchen, dass derDAX lange Zeit hinter seinen US-Pendants hinterherhechelte, nunmehr aber auf Rekordhoch sei. Der Vergleich hinkt – der „echte“ Dax hat sich seit 2015 nur marginal verbessert. Wie kann das sein? Der DAX steht doch auf Infantriedistanz zu 15.000 Punkten. Dort notiert zwar der sogenannte Performance-Dax. Doch der „reine“, unverzerrte Dax als Kursindex ohne thesaurierte Kursgewinne rangiert nur bei gut 6.500 Punkten. Das ist zwar auch Rekordniveau, allerdings notierte dieser Index schon 2015 mit 6000 Punkten vergleichbar hoch. In gut einem halben Jahrzehnt hat der Kurs-Dax nur etwas mehr als acht Prozent hinzugewonnen. Der prominentere der beiden Indizes, der Perfomance-Dax, suggeriert indessen einen Zuwachs von rund 30 Prozent im gleichen Zeitraum. Der Unterschied zwischen den Geschwistern: Im „gängigen“ Dax werden Dividenden miteinbezogen, der Kurs-Dax spiegelt einzig die namensgebenden Kursgewinne wieder. Anders gewendet: Ohne die üppigen Ausschüttungen stünde der Dax im Vergleich noch schlechter da. S&P-500, Dow Jones Industrial, Nasdaq  und Nasdaq 100 – reine Kurs-Indizes! – haben sich seit 2015 beinahe verdoppelt. Auch in so gut wie allen anderen Vergleichszeiträumen schlagen die Amerikaner das deutsche Börsenbarometer mühelos. Umgekehrt kann der Performance-Dax auch mit ebenbürtigen US-Indizes („Total Return“) verglichen werden – doch auch das lässt den deutschen Markt nur noch unattraktiver aussehen. Der S&P 500 Total Return beispielsweise notiert bei fast 8600 Zählern, über 120 Prozent höher als 2015. Doch woher kommt diese relative Schwäche? Und vor allem: Was bedeutet sie für den künftigen Kursverlauf? Bleibt der Dax ein Nachzügler oder besteht Aufholbedarf? Der Dax ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,3 Billionen Euro ein Winzling. Allein die Marktkapitalisierung von Apple aus dem Dow Jones liegt schon bei umgerechnet 1,9 Billionen Euro. Zudem hat Deutschlands erste Börsenliga der gewaltigen Technologieführerschaft der USA und insbesondere auf dem Gebiet der Big-Tech-Aktien kaum etwas entgegenzusetzen. Der DAX steht für alte Technologien, in die nicht mehr investiert wird, also Geld für Ausschüttungen vorhanden ist. Die US-Firmen haben kaum Geld für Ausschüttungen, es wird für Innovationen verwandt, das Umfeld ist anders, chancenorientiert, bei uns ist alles risikoorientiert. Zum Beweis am Rande: Bei der künstlichen Intelligenz sind uns die US-Firmen Lichtjahre voraus. Anstatt einen Aufholwettbewerb zu initiieren, sieht die EU-Kommision sofort die mit ihr verbundenen Risiken und will analog zum Datenschutz Regeln schaffen, die zum Exportschlager werden sollen. Start-Ups werden sofort wieder auf null gestellt. Was auf der Hand liegt, ist doch klar, erst mal auf die Beine kommen lassen und dann später einhegen. Menschen, insbesondere mit Migrationshintergrund sterben, weil sie die App nicht bedienden können und mit der Terminvereinbarung zum Impftermin trotz Großfamilie überfordert sind. Oder: Das badenwürttembergische Projekt zum Aufbau einer digitalen Bildungsplattform muss den nächsten schweren weiteren Rückschlag hinnehmen: Der Landesdatenschutzbeauftragte hat Bedenken gegen Microsoft-Produkte. Es ist der zweite Anlauf und dauert schon zweieinhalb Jahre. Als wenn es persönlichkeitszerstörend ist, wenn Willi weiß, dass Hans eine fünf hatte. Wobei doch jetzt bekannt ist, dass für eine Kanzlerkanditatur das 1. Staatsexamen ausreichend ist. Zurück zum Thema. Die großen Tech-Giganten sind auch von Corona nicht betroffen. Woher kommt deren Strahlkraft? Vorsprung auf allen Ebenen: Ein junger Doktorand bei Google oder Facebook verdient deutlich mehr als ein Lehrstuhlinhaber an einer deutschen Universität. Die fünf amerikanische Tech-Riesen investieren so viel in wegweisende Technologien wie alle deutschen Unternehmen und Universitäten zusammen. Sie verschaffen sich damit Vorteile, die erst in einigen Jahren voll zur Geltung kommen. Den Dax-Konzernen droht ein fataler Rückstand. Die Angestellten des Forschungsarms „Research“ von Google und nicht solche von staatlichen Forschungsinstituten hatten als erste weltweit einen funktionierenden Quantencomputer gebaut, der ein mathematisches Problem einige 10.000 Male schneller lösen konnte als ein herkömmlicher Supercomputer. Welche Summen die US-IT-Riesen investieren, zeigt ein Blick in die aktuellen Bilanzen. Demnach investierte allein Google im vergangenen Jahr gut 27,5 Milliarden Dollar, 15 Milliarden mehr als noch 2015. Microsofts Forschungs- und Entwicklungausgaben 2020 betrugen gut 19 Milliarden Dollar, knapp doppelt so viel wie vor fünf Jahren. Facebook lag mit knapp 19 Milliarden Dollar nur wenig hinter Microsoft, der Konzern vervierfachte damit seine Forschungsausgaben seit 2015. Apple legt von acht auf 19 Milliarden Dollar zu, jedoch investiert der Konzern weniger in Grundlagenforschung, mehr in Hardwareentwicklung. Amazon schließlich weist in seiner Bilanz gewaltige 42 Milliarden Dollar aus, gegenüber zwölf Milliarden im Jahr 2015. Zusammen investierten die 25 nach Budget forschungsstärksten börsennotierten deutschen Unternehmen 2020 56 Milliarden Euro. Insgesamt geht das statistische Bundesamt von Forschungsausgaben von 110 Milliarden Euro in Deutschland aus, die Zahl stammt von 2019, dürfte 2020 eher niedriger ausfallen. Allein die fünf zitierten US-Riesen investieren also mit etwa 108 Milliarden Euro so viel in Forschung wie alle Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Universitäten in Deutschland zusammen. Der Vergleich hinkt natürlich – aber er macht die Dimensionen deutlich. Was aber bekommen die Riesen für ihre gewaltigen Ausgaben? Wir sehen aktuell, wie aus den Research Labs der Konzerne grundlegend neue Technologien kommen. Etwa Quantencomputer, oder bahnbrechende Erfolge im Bereich der KI wie das Projekt Alphafold von Googles Tochter Deepmind, das das 50 Jahre alte Problem der Proteinfaltung löst. Da wird nicht nur ein Fortschritt in einem Spiel gemacht, da wird gleich das ganze Spielbrett ausgetauscht. So eine Analyse der Universität St. Gallen. Darüber hinaus können die Konzerne durch ihre Investments in mehrere Grundlagenfelder gleichzeitig Synergieeffekte ausreizen. Diese Effekte verhindern ein Stück weit, dass, wie eigentlich erwartbar, der Grenznutzen der Forschungsinvestments abnimmt. Der Abstand zu Europa wird immer größer. Auch werden den Universitäten nicht nur die besten Köpfe weggenommen auch das Wissen der Universitäten wird angezapft. Facebook etwa spendete 2016 gezielt Server für passende KI-Forschungsprojekte an Universitäten in Deutschland und Frankreich. Der Konzern unterstützte 22 Universitäten in England, Frankreich, Italien, Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Belgien mit Forschungsförderung und Preisgeldern für Projekte, darunter Eliteschmieden wie Oxford und deutsche Forschungsschwergewichte wie die TU München und das Karlsruher Institut für Technologie. Was tun? Machen Sie Ihren Ferseher für die Abendnachrichten erst um 8 Uhr an damit Sie „Börse vor acht“ verpassen. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit ist davon auszugehen, dass der Kursindex des DAX noch nicht mal die Inflation einspielt. Investieren Sie dort, wo sich die Technologie entwickeln kann über das Zusammenspiel von Industrie und Hochschulen, wo die Zukunftsthemen besetzt sind, die politischen Verhältnisse stabil sind und wo man den Unternehmenszahlen noch einigermaßen vertrauen kann. Beachten Sie: Die Höhe der erwarteten Erträge korrespondiert mit deren Risiken. Für die Zusammensetzung Ihres Vermögens sind daher einige Aspekte zu berücksichtigen. Wenn Sie aber aus dem Vollen schöpfen wollen oder können, dann kommen Sie am Nasday 100 nicht vorbei. Im NASDAQ-100 sind die 100 Aktien der NASDAQ-gelisteten Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung enthalten. Dagegen umfasst der Nasdaq Composite über 3.000 Aktien. Berücksichtigung finden nur Unternehmen, deren Börsenwert nicht weniger als 0,1 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des NASDAQ-100 an zwei aufeinander folgenden Monatsenden aufweisen und die bereits zwei Jahre an der NASDAQ gelistet sind. Ebenso müssen durchschnittlich 200.000 Aktien der Gesellschaft am Tag gehandelt werden. Die Chancen sind hoch, die Risiken auch:  Am 27. März 2000 beendete der NASDAQ-100 mit 4.704,73 Punkten den Handel auf einem damaligen Allzeithoch. Das war seit 1985 ein Anstieg um 3.663,8 Prozent. Damit stand der Index auf dem Höhepunkt der Spekulationsblase im Technologiesektor (Dotcom-Blase). Bis zum 7. Oktober 2002 fiel der NASDAQ-100 auf einen Schlussstand von 804,64 Punkten. Das ist ein Rückgang gegenüber seinem Allzeithoch von März 2000 um 82,8 Prozent.

Auch Corona setzte ihm im letzten Jahr zu, aber er kam schneller als andere Indizes wieder auf die Beine. Aktuell notiert der Index bei 14.000. Da die Zinsen trotz Renditeanstiegen in den USA noch ein paar Jahre niedrig bleiben, Geld im Übermaß vorhanden ist und die Tech-Giganten performen, sollte noch Luft nach oben sein. Aber wie erkannte Warren Buffet: Wer weiß das schon.

 

Wie immer an dieser Stelle am Schluss ein paar Börsenweisheiten, diesmal wieder vom Sprücheklopfer Nr. 1 Kostolany. Aus einem kürzlich entdeckten Tagebuch aus dem Jahr 1975:

 

„Da ist sie schon wieder, diese Unsicherheit, dieser innere Drang, meine Wertpapiere zu veräußern. Ja, ich weiß, ich besitze diese Öl-Aktien erst seit wenigen Wochen, aber ich glaube, es wird abwärts gehen mit dem Kurs. Dieser Stress regt mich sehr auf.“

 

In einem Tagebuch aus dem Jahr 1998 schreibt er: „Er ist so unglaublich verlockend, dieser Neue Markt. Mir juckt es, wie es heute so schön heißt, in den Fingern. Mobilcom, Aixtron, Intershop – soll ich kaufen?“

 

Verwunderlich: Das berühmte Ei des Kostolany ging dem Altmeister wohl schnell auf die Nerven. „Ach hätte ich doch nicht dieses Ei erfunden. Es verfolgt mich in meinen Träumen“, schreibt er 1995 in einem Brief an einen Freund. „Antizyklisches Investieren? Damit liege ich oft falsch. Glaube mir, bester Freund: Ich fürchte mich manchmal sehr vor Aktien. Dann will ich am liebsten nur noch mein Sparbuch ganz fest an mein Herz drücken.“

 

Haben Sie Rentabilitätsprobleme bei Ihren Vermögensdispositionen, sei es mit dem Hintergrund Schweiz oder der geringen Erträge aufgrund der Negativzinsen, der Bankenhonorare oder sind Sie hinsichtlich Ihrer Altersvorsorge, insbesondere Lebensversicherungen, unsicher? Lassen Sie sich von uns beraten. Für ein erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand und wir werden nicht von dem Produkteanbieter bezahlt. Das ist wichtig! Wir sind nur unserem Auftraggeber verpflichet.

 

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Wir organisieren für Sie die Unternehmensnachfolge und nehmen im Vorfeld gerne eine indikative Unternehmensbewertung vor, damit Sie überschlägig eine Markteinschätzung ihres Unternehmens gewinnen, dieses auch unter Berücksichtigung der momentanen Apokalypse.