Börsentipps Juni 2021

Kaufen, halten, verkaufen? Wer weiß das schon (Warren Buffett)? Zumindest kauft Buffet keine Kryptowährungen. Er wollte auch keine Hightechwerte kaufen und ist erst spät bei Apple eingestiegen, doch gelohnt hat es sich trotzdem. Inzwischen gehört die Beteiligung an dem Tech-Riesen zu den drei wertvollsten Assets seiner Investmentholding Berkshire Hathaway. Trotz zwischenzeitlicher Verkäufe ist der Anteil an Apple zuletzt sogar gewachsen. Die Kryptowährungen werden hier in diesem Dossier künftig einen Stammplatz bekommen. Nicht weil es sich um eine Anlageempfehlung handelt, ganz und gar nicht. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Es soll verhindert werden, dass sich Leser ruinieren. So schrieb die Userin @SisterHuncho deutlicher als deutlich: „Ich habe alle Ersparnisse meiner Familie verloren, mein Mann ist dabei, mich zu verlassen und die Kinder mitzunehmen. Ich habe meinen Job verloren und bin kurz davor, obdachlos zu werden. Danke, Elon.“ Der Kryptomarkt ist auf der anderen Seite schon verlockend. So machte der ETF Ether Tracker One XBT Provider trotz Kursverlusten in den letzten Wochen in Jahresfrist gut 1.100 %. Junge Leute in Dubai, die mit ihrem Lamborghini in kurzen Hosen während der besten Arbeitszeit durch die Gegend fahren, antworten auf die Frage der Finanzierung ihres gehobenen Lebensstils schlicht mit „Bitcoin“. Auch ein Professor der Frankfurter School of Finance & Management, der sich mit Kryptowährungen auskennt, berichtete, dass seine Studenten ihr Wissen weniger in Aktien, sondern vermehrt in Kryptowährungen aufbessern wollen. Man wird ja auch selber stutzig. Quesnay hatte die Landwirtschaft als Quelle des Reichtums erkannt. Marx kam zum Ergebnis, das Kapital geronnene Arbeit sei. Smith setzte auf Eigeninteresse und Wettbewerb. Die Bildungsökonomen setzten auf Aus- und Weiterbildung, um individuellen Wohlstand zu erreichen. Mittlerweile werden mehr als 1000 Kryptowährungen gezählt. Alle bekannten Notenbanken versuchen, digitale Währungen zu entwickeln, um dem Bitcoin und den anderen Konkurrenz zu machen. Der deutsche Ökonom Knapp stelle Anfang des vergangen Jahrhunderts fest, dass Geld ein Geschöpf der Rechtsordnung und sein Wert völlig unabhängig vom Materialwert sei. Es beruhe einzig auf seiner sozialen Akzeptanz. Für diese Akzeptanz sorgten die jeweiligen Herrschaftssysteme. Hayek stellte fest, dass es unter den Währungen Wettbewerb gebe und gutes Geld schlechtes verdränge. Die Bitcoin-Jünger sprechen bei Euro, Dollar, Yuan und Co. von „Fiat“-Geld. Übersetzt bedeutet „Fiat“ etwa: „Es werde”. Da Euro, Dollar und andere „einfach so werden”, nutzt die Krypto-Szene diese Abkürzung, um zwischen „Fiat-Währungen“ und „Krypto-Währungen“ zu unterscheiden. Erstere seien durch nichts abgesichert, außer dem Versprechen des Staates, dass sie etwas wert seien. Bis heute, so machen Bitcoin-Jünger geltend, haben Fiat-Währungen historisch noch nie überlebt, weil durch die beliebige Schöpfung früher oder später eine unkontrollierbare Inflationsblase entstehe und den Bürgern die Ersparnisse entzogen werden oder sogar die gesamte Kaufkraft verloren ginge. Wer die Kursschwankungen von Bitcoin und Dogecoin im Zusammenhang mit Äußerungen von Musk verfolgt, kommt zum Ergebnis, dass es nicht um den Ersatz eine traditionellen Währung durch eine Kryptowährung geht, sondern ums Zocken und Absahnen durch First-Mover. Die Verlierer stehen fest wie bei Kettenbriefen und Schenkkreisen. Wie beim Gold verdienen schlussendlich nicht die Miner, sondern die, die die Schaufeln liefern. Aufgrund der hohen Transaktionskosten, verdienen die Kryptobörsen mehr als prächtig, egal wie die Kurse laufen. Eine Neugründung in den USA mit namhaften Finanzplayern investiert 10 Mrd. US $. Ein Zeichen dafür, dass uns das Thema noch einige Zeit begleiten dürfte. Trotz aller Momente des Glücks, den schwarzen Peter weitergereicht zu haben, wird aus dem oben wiedergegebenen Betroffenenkommentar auch die korrespondierende menschliche Tragik sichtbar, eine Gemengelage aus der Storys entstehen, die man nicht erfinden kann, die aber gerne konsumiert werden, auch hier, wenn man hört, dass sich gewogene Leser auf unsere nächst Postille freuen. Daher eine Geschichte zum Bitcoin bevor wir uns den Aktien zuwenden. Eine Geschichte von Ende 2018, die die negative Einstellung des Autors zu Kryptowährungen frühzeitig mit unterlegte. Die amerikanische Börsenaufsicht hatte gegen den Boxer Floyd Mayweather Jr. und den Musikproduzenten Khaled Khaled, bekannt als DJ Khaled, Anklage erhoben, weil sie die Zahlungen für die Förderung von Investitionen in Initial Coin Offerings (ICOs) nicht offengelegt hatten. Ein Beitrag auf Mayweathers Instagram-Konto sagte voraus, dass er mit einem anderen ICO eine große Menge Geld verdienen würde, und ein Beitrag auf Twitter sagte: „Sie können mich von nun an Floyd Crypto Mayweather nennen.“ Der SEC-Befehl ergab, dass Mayweather nicht bekannt gab, dass ihm 200.000 US-Dollar für die Förderung der beiden anderen ICOs gezahlt wurden. Der mehrfache Boxweltmeister ist ein Kryptofan geblieben. Er wird in diesen Sommer an der Bitcoin-Konferenz in Miami, Florida, teilnehmen und zwar als Sprecher. Während seiner Karriere gewann er fünfzehn große Weltmeistertitel, darunter The Ring in fünf Gewichtsklassen, die direkte Meisterschaft in vier Gewichtsklassen (zweimal im Weltergewicht ) und zog sich mit einem ungeschlagenen Rekord zurück. Was hier läuft ist doch jedem klar, der denken kann: Hier wird wie bei den profaneren Schenkkreisen Stimmung gemacht. Schenkkreise sind bei uns illegal, die Kryptowährungen noch nicht. Der weise Erdogan hat gerade den Handel mit Kryptowährungen verboten, China schon 2017, die EU prüft noch immer, wie immer, aber eines liegt doch auf der Hand: Kryptos vereinfachen Betrug, Geldwäsche und Steuerhinterziehung, ihr Mining verbraucht die Energie einer mittleren Volkswirtschaft, einfache Menschen werden ruiniert und Kriminelle habe ein Mittel gefunden, um Lösegeldzahlungen, etc. sicher zu erhalten und über die Börsen in gutes altes FIAT-Geld zu transferieren. So legte vor wenigen Wochen eine Hackergruppe die größte Öl-Pipeline der USA lahm. Die Hackergruppe Darkside kassierte in Bitcoin! Zu den Aktien: Klar: Inflation und Zinsen steigen. Die Zentralbanken hoffen, dass nach Corna sich die Inflation wieder auf die Zielgröße von 2 % einpegelt. Die Inflation bei uns liegt bei 2 % und stürmt auf zum Jahresende erwaretete 4 %, in den USA liegt sie bereits bei 4 %. Die Zentralbanken sitzen auf einer Atombombe: Tritt die ersehnte Reduktion der Inflation nicht ein, müssen sie ihre teuer gekauften Zinspapiere billiger verkaufen und die verschuldeten Staaten können die nicht budgetierten hohen Zinsen nicht zahlen ohne weitere Neuverschuldung. Die Firmen zahlen höhere Zinsen, was ihre Gewinne schmälert und der rechnerische Unternehmenswert wird nicht nur durch die gesunkenen Gewinne, sondern auch noch durch den erhöhten Abzinsungszins geschmälert. Halbwissende empfehlen daher, daher, nach schnell auf Festverzinsliche umzuschwitchen, da diese nunmehr höhere Zinsen bringen. Sie vergessen dabei, daß deren Kurse durch steigende Zisnen fallen und geraten so vom Regen in die Traufe. Fans von Immobilien werden erfahren, dass der Schweinezyklus auch hier gilt. Oldtimerfans fahren seit 10 Jahren Verluste ein. Was bleibt sind Uhren und Aktien. Den Uhrenmarkt promotet für sich sehr erfolgreich der YouTuber Marc Gebauer. Zu hoffen ist, dass die ganzen Rapper, die beim ihm kaufen, nicht auf die Nase fallen wie die Oldtimerfans: Rolex ist ein Massenhersteller! Zu deutschen Unternehmen wurde gerade festgestellt, dass deren Produktivität seit Jahren trotz technischem Fortschritt nicht mehr steigt. Man vermutet (!), dass das mit der überbordenden Vorschriften zusammenhängt. Was bleibt sind die ungestümen USA. Zinsen und sinkende rechnerischen Unternehmenswerte greifen auch dort, insbesondere sind die Techwerte des NASDAQ Composit mit seinen 3.000 Aktien betroffen. Weniger oder besser gar nicht der NASDAQ 100. Diese Techperlen ertrinken in Geld und kaufen alles, was zu haben ist bis das Kartellamt anklopft. Was tun? Vorsicht bei Festverzinslichen, Kryptos, Oldtimern und Uhren walten lassen. Ein Blick in die USA lohnt immer.

Wie immer an dieser Stelle am Schluss ein paar Börsenweisheiten:

  • Drei Dinge treiben den Menschen zum Wahnsinn. Die Liebe, die Eifersucht und das Studium der Börsenkurse (Keynes).
  • Breite Diversifikation wird nur gebraucht, wenn die Anleger nicht wissen, was sie tun (Buffet).
  • Anlageerfolge korrelieren nicht mehr mit dem I.Q., sobald man die Grenze von 25 IQ überschritten hat. Neben dieser gewöhnlichen Intelligenz braucht man viel eher ein gebremstes Temperament, um die Dränge zu kontrollieren, welche anderen Menschen Probleme beim Investieren verursachen (Buffet).

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